Kirche

Wo man etwas auf sich hielt, besuchte wenigstens ein Familienglied die Sonntagspredigt. Das Einläuten wurde von den Buben der Unterweisungsklasse besorgt. Ostern und Bettag war Gottesdienst vor- und nachmittags (Gampelen). Taufen fanden wie heute vor der Predigt (Vinelz), nach der Predigt mit nochmaligem Läuten (Erlach) oder anlässlich der früheren Freitagspredigt statt, Hochzeiten meist um 12 Uhr, seltener um 11 Uhr (Ins).

Viele Paare liessen sich im Berner Münster trauen. Bestattungen wurden auch am Sonntagnachmittag abgehalten (Vinelz). Als Müntschemier, Treiten und Brüttelen noch überkeine Friedhöfe verfügten, bestattete man die Toten in lns bei der Kirche; beim Trauerhaus hielt in der Regel der Lehrer das Gebet, der Sarg wurde nach Ins getragen (bei Reicheren in besondere Tücher, «Zwächelen», gewickelt), wo man am Dorfeingang wartete, bis es zu läuten anfing. Die Ledigen der Ortschaft widmeten ledigen Verstorbenen einen Kranz (Tschugg). Das Tischgebet war ausgesprochen wenig verbreitet.