Freundeidgenössische Hilfe
Da in den Waldstätten die Not besonders groß war, erließ ein wackerer Schweizer einen «Aufruf zum Erbarmen». Er verhallte nicht ungehört. Überall bildeten sich Vereine, die zu sammeln begannen. Bald sah man aus den Gegenden, die der Krieg verschont hatte, gewaltige Frachtwagen mit Lebensmitteln, Hausgeräten, Bett- und Kleidungsstücken wegrollen und den Weg in die Innerschweiz einschlagen. Zudem richteten diese Hilfsgesellschaften in den verwüsteten Dörfern Küchen und Speiseanstalten ein, in denen die Notleidenden Suppe erhielten. Es war ergreifend, wenn man diese Ärmsten Ställe und Keller, in denen sie hausten, verlassen und nach der Speisung wieder aufsuchen sah.
Die westlichen Kantone nahmen Scharen von Kindern aus den Hungergebieten auf. Die Kinder wurden in Wagen an ihre Bestimmungsorte gebracht. Dann setzte die Verteilung ein. Hierüber berichtet ein Zeitgenosse:
«Da stand so ein Haufen Kinder halbnackt auf der Straße oder dem Marktplatz. Die mildtätigen Einwohner kamen, nahmen hier ein Kind, da ein Kind an die Hand und führten es mit sich nach Hause. Allmählich sich vermindernd, zogen die übrigen weiter, bis alle versorgt waren.»