Scheinabstimmungen
Die helvetische Verfassung erklärte, das Volk dürfe über sie abstimmen. Allein General Schauenburg teilte den bisherigen Regierungen mit: Wenn das Volk die neue Ordnung verwirft, so werden französische Truppen den betreffenden Kanton besetzen. Was das bedeutete, wußte jedermann: Gewalttaten, Plünderungen und schwere Kosten für den Unterhalt der Truppen. Aus Furcht vor diesen Folgen nahmen die Bewohner der meisten Kantone die Verfassung an.
Den St.Gallern, die sich in einer Kirche versammelt hatten, erklärte der Ratsschreiber von der Kanzel herunter, der Rat sei der Überzeugung, es sei das beste, die Verfassung anzunehmen, denn sonst habe man den Krieg zu gewärtigen «mit allen seinen schauervollen Übeln». Die Befragten sagten also nicht nein. Die meisten verließen die Kirche aber «nicht anders als ein Volk, das sein Glück verloren hat». Man sah Männer mit Tränen in den Augen, und ein Teilnehmer schrieb: «Eine solche Gemeinde ist, so lange St.Gallen steht, nicht gehalten worden.»