Handwerk und Gewerbe
waren ausserordentlich vielseitig. Störhandwerker haben wir schon genannt, Auch die Sattler gehörten zu ihnen und erschienen mancherorts zu zweit, wobei der eine die Betten ausbesserte, der andere das Pferdegeschirr rangierte. Auswärtige Kessel-, Pfannen- und Chacheliflicker, Korber (man korbte aber auch viel selbst), Schleifer, Glaser, Setzligverkäufer aus dem Wistenlach riefen auf der Strasse ihre Waren aus oder boten ihre Dienste an. in Müntschemier war ein Ungare bekannt durch seinen Ausruf: «Pfannendeckel, Kuchenblech, Drahtsieb, Mäusefallen, Rattenfallen». Farbige Erinnerungen verbinden solch mit den Märkten in Erlach und Ins. in Erlach gab es zeitweise sogar drei
Schuhmacher, und unvergessen ist hier auch die Boutique des Messerschmieds Sämi Reik im Untergeschoss des Hauses Altstadt 19. in Gais und Gampelen existierten je 2 Schmieden, heute je eine. Für den Vinelzer Schmied wurde das Einlegen des Dorfbachs zum Problem, weil er hier seine Erzeugnisse kühlte. Wasserwerke spielten im Amt eine bedeutende Rolle (Mühlen - davon 4 in Brüttelen, 3 in Ins -, Reiben, Oelen, Knochenstampfen, Gerbereien, Färbereien - u.a. eine in Ins in der Marxmatte - usw.).Von der bis in die vierziger Jahre betriebenen Mühle des markanten Fritz lmer in Mullen (genannt Toujours Fritz) hiess es etwa scherzeshalber, sie klappere fortwährend «Dr Drittu i Püntu, dr Drittu i Püntu» (in Anspielung auf den Mehl-Naturallohn der Müller).
Coiffeur war lange nur ein Nebenberuf. in Erlach und Gais kam seit den 1860er Jahren das Uhrensteinschleifen («Pierristle») auf.