Einst im Moos
Vor der Entsumpfung hütete man im Moos auch Gänse; in Siselen wurden sie in Körben bis oben an den Brünnenrain getragen und watschelten oder flogen dann selber ins Moos hinunter. Während der achtwöchigen Herbstferien trieben die Knaben das Vieh ins Moos auf die Weide. Da die Hüterbuben barfuss gingen, wurden ihre Füsse im reifbedeckten Gras kalt und steif; in frischen «Chueblättern» wurden sie wieder warm, und ein wohliges Gefühl durchrieselte den ganzen Körper. Die Schulbuben ritten ohne Sattel auf den Pferden im Moos herum. Noch in der Dunkelheit wurden Kinder mit dem Morgenessen für den Vater ins Moos geschickt, der dort seit dem Abend mähte , ein alter lnser weiss noch gut, wie er als Knabe dann auf einem Grasbüschel sass, in die nahen Eschen emporschaute, wo die Raben noch schlafend auf den Aesten sassen und wie es langsam zu tagen begann. Wenn der Vater versprochen hatte, als Zeichen sein Gilet auf einem Rechen aufzuhängen, fand man sich manchmal erst um Mittag, weil andere Väter dasselbe gewohnt waren ….
lm Moos hatte es Rebhühner, Fasane, Hasen, Krebse, Egli, stellenweise auch Hechte und sogar Forellen und vor allem Frösche. Seit den Kanalverbesserungen ging die «Moosfischerei» stark zurück. In der Lische, auf Weidenbäumen und auf den Strohdächern hausten Störche bis anfangs unseres Jahrhunderts.