Die Last der Parzellierung

Die Güterzerstückelung war fast beispiellos. Es herrschte in unserer Gegend immer Realteilung, wobei auch die Töchter Land erbten.

Das von Alfred Scheurer im Jahre 1881 von seinem Onkel Gyger erworbene Heimwesen in Gampelen im Halte von 23,4 ha wies 90 verschiedene, in fünf Gemeinden gelegene Parzellen auf.

Bei der Versteigerung eines landwirtschaftlichen Betriebes in lns am 1. April 1911 gelangten über 50 Parzellen zum Ausruf. Der Weg auf die Felder dauerte oft bis zu einer Stunde. Damit die Klauen der Kühe auf den langen Wegen nicht zu stark abgenutzt wurden, liess man sie in der Schmiede beschlagen.

An eine Landzusammenlegung dachte man nicht. Als Geometer Bindschedler von Erlach in den zwanziger Jahren einen Vortrag über Güterzusammenlegung hielt, waren fast alle Versammlungsteilnehmer dagegen. Die Einstellung änderte sich erst mit der Motorisierung der Landwirtschaft, als sich die kleinen und kleinsten Landstücke nicht mehr rationell bewirtschaften liessen.