Lotto-Match
Die aufregende Atmosphäre eines Lotto-Matchs kann man nicht beschreiben, man kann sie nur erleben. Wenn so um die Neujahrszeit herum das vielversprechende Inserat eines lokalen Vereins in der Zeitung erscheint, schlägt manchem das Herz höher. An dem gewissen Abend macht man sich voll Erwartung und mit einem möglichst grossen Geldbeutel auf den Weg ins Gasthaus. Schützengesellschaft, Männerchor oder Turnverein haben alle Vorbereitungen getroffen und zahlreiche Preise verführerisch ausgestellt. Bald sind alle Plätze an den Tischen besetzt, und es kann losgehen. Die Karten werden zu einem oder einem halben Franken abgegeben. Wer zwei nimmt, bekommt eine gratis dazu. Gespannt und mäuschenstill warten die Spieler auf die Stimme des Ausrufers. Dieser darf kein Langweiler sein, er muss rasch und witzig reagieren, um Leben in die Bude zu bringen. Niemand wird es ihm verargen, wenn die faulen Sprüche nur so hageln. Jeder schaut gebannt auf seine Karten, horcht auf die ausgerufenen Zahlen und hält eine Hand voll Gläschen zum Decken bereit. «Quines! » brüllt einer aus einer Ecke und «Quines!» ein anderer noch lauter. Die Fünferreihen werden kontrolliert und die Preise verteilt.
So geht es weiter, den ganzen Abend. Zu den Dorfleuten gesellen sich noch auswärtige Stammgäste, die ebenso eifrig mitmachen. Einem solchen passierte es, dass er eine abgebrochene Telephonstange gewann... abzuholen oberhalb des Dorfes am Waldrand. Bei so einem Lotto-Match kann man beobachten, dass es notorische Glückspilze gibt und ebensolche Pechvögel. Bei den einen, häufen sich die Gewinne zu Bergen an: Früchtekörbe, Hammen, Salamis und Riesenzüpfen. Die anderen müssen sich mit einer Büchse grüner Erbsen und einem Paket Waschpulver begnügen.
Ein Spassvogel erklärte das auf seine Weise: «Es git äbe Lüt, däne chalberet d'Stall-Latärne uf em Eschtrig. »