Einbrecher und Ausbrecher

Im stattlichen Haus an der Durchgangsstrasse schlief das Rebbauern-Ehepaar den Schlaf des Gerechten.  Plötzlich wurde die Frau durch ein Geräusch geweckt und sah eine Gestalt im Zimmer stehen. «Hilf, Vatter, Stang uf !» brüllte sie aus Leibeskräften, konnte aber nur noch sehen, wie der Einbrecher zum Fenster hinaus verschwand. Auch der Mann war aufgewacht und konstatierte, dass seine eigene Leiter an der Hausmauer angelehnt war. Im Nachthemd rannte er hinaus und schoss mit dem Karabiner in die Luft, was das ganze Dörfchen auf die Beine brachte. Vom Einbrecher fehlte jede Spur. Er hatte sich unter Mitnahme einer Uhr samt Kette verflüchtigt.

Es geschah einst in der Nähe desselben Weilers, dass ein junger Mann den Landjäger auf der Strasse anhielt und sich erkundigte, wo ein Fräulein K. aus Bern wohne. Bereitwillig zeigte ihm der Polizist das kleine Wochenendhaus im Grünen, fügte aber bei, das Fräulein sei momentan abwesend. Der Bursche bedankte sich und ein paar Stunden später brach er in dem Häuschen ein.

Zwei Jünglinge, denen der Aufenthalt in der Erziehungs-Anstalt nicht mehr behagte, suchten ein Ferienhaus am See auf, um sich anders zu kleiden. Da ihnen nur weibliche Garderobe in die Hände fiel, zog der eine einen Rock und einen Mantel an, der andere ein Jacken-Kleid. So machten sie sich zu Fuss auf den Weg in die Stadt. Dort wurden sie vom ersten diensttuenden Polizeimann angehalten, dem das sonderbare Schuhwerk der beiden «Damen» aufgefallen war und seine Neugierde erweckt hatte.