Die Meisterin und die Sammlung

Viele nach 1251 entstandene Cistercienserinnenklöster lebten nach der Cistercienser-Regel, waren aber in den Orden selbst nicht aufgenommen. Dieser Fall traf für Tedlingen bei der Gründung zu. Ob das Schwesternhaus seine freie Verfassung immer beibehielt, ist schwer zu ermitteln. Dokumente, die eine Änderung sicher bezeugen, sind nicht bekannt.

In den Urkunden erscheinen folgende Vorsteherinnen:

Ita
Elise von Scharnachthal
Klara von Buchsee
Clementa Serny
Elsa von Engelberg
Anna Büetinger
Agnes
Margarethe Lyßer
Anneli Allwand 1484,
Clara von Büren

Ohne Jahrzahl sind erwähnt Ellina von Diemtigen, Berta von Aarburg, Hanna von Gesingen, Mechtild . . . . . , Anna . . . . .

Einzig 1285 wird die Vorsteherin als Äbtissin bezeichnet, und zwar in einem Schreiben des Bischofs von Konstanz Aber damals war es noch kein richtiges Kloster. Sonst sprechen alle Urkunden des 14.Jh. von Meisterin. Im 15. Jh. melden die deutschsprachigen Urkunden die Namen meisterin, samnunge, gotzhus. In den Dokumenten lateinischer Sprache heißt die Vorsteherin Priorissa. Das Schwesternhaus hatte einige dem Sinn nach ähnliche Bezeichnungen: claustrum monialium, sorores, congregacio sororum, conventus religiosarum. Man kann aus allem schließen, daß Tedlingen im 15.Jh. doch ein richtig inkorporiertes Cistercienserinnenkloster war. Die Umfassungsdauer bestand teilweise noch vor 40 Jahren. Der Beichtiger oder sein Haus sind in Urkunden von 1470 und 1528 erwähnt. Der Friedhof war im Garten nebenan. Dort werden noch heute beim Umstechen Mauerreste und menschliche Knochen gefunden. Kirche oder Kapelle lagen vermutlich am Nordostende des Gebäudes.

Die Tedlinger Frauen standen in geistlicher Beziehung unter der Obhut des Abtes von Frienisberg, gleich wie Fraubrunnen. Weltliche Vögte oder Schirmer waren in späterer Zeit Ratsherren von Bern, z.B. 1470, 1491, 1498 Alt-Venner Achshalm, 1502 Cunrad Procherer, 1519 Hans Krauchthaler.

Über die Zahl der jeweiligen Insassen ist folgendes bekannt:

1286 gingen fünf Schwestern nach der Brunnadern, Mechtild inbegriffen. 14 Schwestern waren beim Überfall beteiligt und mußten nach Tedlingen zurückkehren. Diese Zahl dürfte der Bedeutung des Klosters während der Zeit entsprechen und auch später selten überschritten worden sein. 1418 werden in einer Urkunde des Papstes zwölf erwähnt. Es sind wohl einige dem Namen nach bekannt, einzelne wurden bereits genannt. Aber besonders vorgehoben ist in den Akten außer der Vorsteherin niemand. In der Krise der 2. Hälfte des 15. Jh. werden es eher weniger gewesen sein. Bei der Aufhebung 1528 sind neun Nonnen namentlich erwähnt.