Das Cistercienserinnen-Kloster Detligen

Gründung

Der Cistercienser-Orden wurde 1098 von Robert von Molesne in Citeaux in Burgund gegründet. Urbarisierung und Kolonisation unbebauten Bodens waren wichtige Aufgaben des Ordens. Die Landarbeiten besorgten neben den Mönchen sog. Laienbrüder oder Konversen. Das Leben der Mönche war am Anfang gewiß einfach, aber ungleich härter war dasjenige der leibeigenen Bauern. Ende des 12. Jh. waren im Abendland schon über 500 Cistercienser-Niederlassungen. Was damals Rang und Namen hatte, wetteiferte mit Vergabungen an Kirche und Kloster. Die Zeit brachte Änderungen; was die Klöster nach 1260 erwarben, war vorwiegend bebauter Boden.

In Frienisberg stand ein Kloster der Cistercienser; nach ihrem zweiten Gründer, Bernhard von Clairvaux, nannte man sie auch Bernhardiner. Als Gründungsjahr wird 1131 oder 1138 angenommen. Es hatte im Laufe seines Bestehens viel Grundbesitz und Gerichtsrechte in den Gemeinden Seedorf, Schüpfen, Rapperswil, Meikirch, Scheunenberg und Büetigen an sich gebracht. Über seine Geschichte besteht viel Literatur, weshalb wir seiner hier nur Erwähnung tun, soweit es die Geschichte des Frauenklosters Detligen erfordert.

Stifter und Stiftungsjahr des Cistercienserinnenklosters Detligen sind unbekannt. Die Gründung dürfte spätestens 1280 erfolgt sein. In den Urkunden wird der Name verschieden geschrieben, Tedlingen, Thättlingen, Tetlichen usw. Nach seiner Geschichte ist zu schließen, daß es vorerst nur eine freiwillige «Samnung›› (Sammlung) war. Unter diesem Namen bestanden auch in Bern einige Zusammenschlüsse von Frauen, z.B. 1301 «die obere Samnung» oder die 1334 von Rudolf Isenhut gegründete Genossenschaft von 13 Frauen als Hilfsanstalt für das niedere Spital. Es handelte sich dabei um Kollegien von Laienschwestern. Die Regel (kirchliche Vorschrift) war nicht so streng wiesonst in den Frauenklöstern. Die Schwestern waren der Klausur (Abgeschlossenheit) nicht unterworfen und trugen den Schleier nicht. Unter einer Meisterin lebten sie in klösterlicher Gemeinschaft zusammen und hielten wie richtige Nonnen die kanonischen Stunden mit Gebet und Gesang. Zur Messe gingen sie in eine benachbarte Kirche. 1282 überließ Frienisberg den Schwestern alle bisher innegehabten Güter, nämlich Haus und Hof in Tedlingen zwischen «Kreuzbuche» und Aare, nebst einer Schuppose in Landerswil und Reben in Twann als Lehen zur freien Nutzung. Die Schwestern mußten dafür auf die von Frienisberg bezogenen Pfründen verzichten und die Aufsicht des Abtes anerkennen. Im Falle der Auflösung fielen die Güter an Frienisberg zurück.