Kirche und Klöster
Allgemeines
Nach der herrschenden Meinung war die Aare seit Konstantin Bistumsgrenze. Links lag das Bistum Aventicum, von 590 bis zur Reformation war Lausanne Sitz des Bischofs; seither ist Freiburg dessen Residenz. Hinter dem Pierre-Pertuis und unterhalb des Siggerbaches bei Solothurn lag das Gebiet des Bistums Augusta Raurica, mit Sitz in Basel seit 600. Rechts der Aare war zuerst das Bistum Vindonissa, an Konzilien von 517, 534 und 549 nahm ein Bischof von Windisch (episcopus vindonissensis) teil. Dann kam das Bitsum Konstanz; ob dieses aus dem Bistum Vindonissa hervorgegangen ist, ist ungewiß. Katholische Kirchenhistoriker vermuten einen zeitlichen Unterbruch. Die Ausdehnung des Bistums Konstanz bis zur Aare hange mit der Einwanderung alemannischer Siedler zusammen. Das Bistum Konstanz war das Größte in deutschen Landen. Es war in 66 Dekanate (Bezirke) eingeteilt, wovon die vier im Bernbiet (Münsingen, Büren, Burgdorf, Huttwil) das Erzdiakonat Burgund bildeten. Links der Aare lagen die Dekanate Bern und Solothurn. Einige Pfarreien (Münchenwiler, Kerzers, Bargen, Kappelen, Ferenbalm und Hospiz Fräschels) gehörten zum Dekanat Wifflisburg (Avenches). Die Sitze der Dekanate wechselten. Das Dekanat Büren umfaßte die Kirchgemeinden der Bezirke Bucheggberg, Büren und Aarberg, soweit rechts der Aare, dazu Wohlen und Kirchlindach. Als Sitz ist 1353 Lyss, 1275 und 1374 Wengi genannt. Nidau, Biel und Büren links der Aare gehörten zum Dekanat Solothurn, dessen Sitz zeitweise in St. Immer war.
Lausanne hatte für die Zeitrechnung den sog. Annuntiationsstil, wonach der Jahresanfang auf den 25. März fiel. Im Bistum Konstanz galt der Natalstil mit Jahresanfang an Weihnachten. Erst nach 1400 fing man allgemein an, das Jahr mit dem heutigen 1. Januar zu beginnen (Circumcisionsstil). Aber noch bis 1555 herrschte ein Durcheinander in der Datierung. Mit dem Jahr 1701 wurde im Staate Bern der gregorianische Kalender eingeführt. Dabei fielen 11 Tage aus, das Jahr begann mit dem 12. Januar. Vom 11.Jh. an entstanden die vielen Klöster im Seeland: St. Johannsen um 1090,Münchenwiler 1083, Petersinsel 1120, Bargenbrück1135, Leuzigen 1139, Frienisberg 1131/8, Gottstatt 1260, Biel 1453; Frauenkappelen um 1200, Detligen um 1280.