Naturnamen, Boden, Weidebetrieb
Nun gibt es je nach Gegend viele Ortsnamen, die nicht zu den erwähnten, für die Siedlungsvorgänge typischen Namen gehören. Der Weidebetrieb hat besonders viele Ortsnamen geschaffen. Ferenbalm soll keltisch Felshöhle oder überhängenden Fels bedeuten; bei der Ortsnamenbildung war es aber deutsch (Bäbler 12, Wackernagel), es hatte die Beziehung zum ursprünglichen Sinn verloren. Es hieß 961 Balmo, später Verren-Balm, das soll das von Bern aus entferntere Balm bedeuten. Farren oder Ferri hieß früher ein Stier, Ferenbalm kann wie Ferenberg eine Stierenweide sein. In Gammen vermutet Hubschmied eine Erhöhung, wie sie beim früheren einseitigen Pflügen von der Mitte aus entstand. Gleichzeitig schreibt er aber, daß er eine Gammatt kenne, die in der Tiefe liege. Vermutlich war da eine Weide, da «gam hüten››, bewachen bedeutet (Buck 77, Bancalari, Hanner).
In Weingarten wurde bis vor wenigen Jahren ein Rebberg angenommen. Neuerdings glaubt man, der Name bedeute Weide. In der Hardern war eine Gemeindeweide oder Waldweide. Wunn und Win bedeuten in der alten Urkundensprache Tränke und Weide.
Dazu kam im Grentschel das Tor (Türli in alten Plänen) der Umzäunung. Grandel, ahd. Grentil, bedeutete einen Gatter oder einen Schlagbaum. - Hardern und Grentschel werden noch heute mit dem Artikel gebraucht (in der, im).
Golaten hieß 990 Gulada, 1275 Golatum. Der Name kommt von gol (Steinschutt, Geröll). Eine «Wang>› ist nach Schades Wörterbuch «ein grasiges, blumiges Gefilde in natürlicher, lieblicher Vegetation, ohne Hilfe menschlichen Anbaus››. Wengi und Wangen tragen diesen Namen.
Er ist aber auch in Hindelbank, 1295 Hundelvanch, 1382 Hindelwang. Der Personenname Hundilo ist da das Bestimmungswort. Im Heliand-Epos bedeutet die godes Wang das biblische Paradies.