7. Der Krieg
Was Fürsten und ausländische Regierungen denken und tun
König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen schrieb an seinen Gesandten in London:
«Die Radikalen in der Schweiz bilden eine Sekte, die vom Christentum, von Gott, von göttlichen und menschlichen Gesetzen abgefallen ist. Es fragt sich, ob sie die Herrschaft in der Schweiz durch Mord, Blut und Tränen erringen und so ganz Europa gefährden soll oder nicht. Mir ist nämlich vollkommen klar: Der Sieg dieser Sekte in der Schweiz wird Deutschland, Italien, Frankreich anstecken und erschreckliche Folgen haben.»
Die Fürsten nahmen nicht nur mit Worten Partei für den Sonderbund, sondern halfen auf Wunsch von Bernhard Meyer und Siegwart-Müller auch mit Geld und Waffen. So gewährte Österreich zum Beispiel ein unverzinsliches Darlehen von 100 000 Gulden. Aus den lombardischen Zeughäusern schickte es 3000 Flinten.
Die dazugehörige Munition aber fingen die Tessiner auf. Die Sonderbundskantone hofften auch lange, Österreich werde ihnen einen Heerführer senden. Als dieser Wunsch nicht in Erfüllung ging, wählten sie einen reformierten Graubündner, Oberst Salis-Soglio, der überzeugt war: Die Sonderbundsorte sind im Recht.
Im Gegensatz zu Preußen, Österreich und Frankreich wollte England von einer Einmischung der Großmächte in die Streitigkeiten der Schweiz nichts wissen. Mit Absicht beantwortete es Frankreichs Vorschlag, zu vermitteln, lange nicht. Unterdessen konnten die schweizerischen Liberalen ihre Sache ungehindert durchfechten.