Die Jesuiten werden nach Luzern berufen

Die Regierungen von Schwyz, Freiburg und Wallis hatten Mitglieder des Jesuitenordens zu Leitern von Schulen bestellt. Und nun begehrten auch in Luzern eifrige Katholiken, daß die Jesuiten in ihren Kanton kämen, um das Volk im wahren Glauben zu bestärken. So dachte vor allem der Bauernführer Leu.

Andere Katholiken aber, die ebenfalls aufrichtig ihrer Religion anhingen, wünschten nicht, daß man die Jesuiten ins Land rufe (z. B. Bernhard Meyer) ; denn es war zu erwarten, daß Protestantenund Katholiken leicht in Unfrieden miteinander gerieten, wenn Eifer und Leidenschaft für den katholischen Glauben aufgestachelt würden.

So stritten Freunde und Gegner der Jesuitenberufung in Luzern hin und her. Da trat im Sommer 1844 die Tagsatzung zusammen und Augustin Keller hielt in ihr im Namen seines Heimatkantons eine Rede gegen die Jesuiten: „Der Orden ist für republikanische Staaten gefährlich, vor allem wegen seiner Herrschsucht. Er duldet niemanden über sich, jeden nur unter sich“. Keller bekämpfte auch allerlei jesuitische Lehren, z. B. daß man bei einer Aussage für sich im Stillen etwas hinzu oder hinweg denken dürfe, wenn man damit etwas Gutes bezwecke, und stellte dann den Antrag: „Es wolle derhohen Tagsatzung gefallen, den Jesuitenorden in der Schweiz aufzuheben und auszuweisen“.

Die Tagsatzung lehnte den Antrag mit großer Mehrheit ab. Die Luzerner beschlossen jetzt, sieben Jesuiten die Leitung ihrer theologischen Lehranstalt; zu übertragen.