Constantin Siegwart-Müller

Der luzernische Geschichtsschreiber Anton Philipp von Segesser schreibt:

«Ich empfand von Anfang an eine gewisse Abneigung gegen Siegwart. Sein Äußeres war unangenehm. Ein ungewöhnlich großer Kopf, der im Gehen beständig im Tempo des Schrittes hin und her wackelte, etwas Lauerndes und Unheimliches in seinem Wesen mißfielen mir. Ich konnte nicht vergessen, daß er der radikalen Partei angehört hatte. Man betrachtete ihn allseitig mit großem Mißtrauen.

ln den Regierungsrat wählte man ihn wegen seiner Geschäftsgewandtheit und nicht in der Meinung, ihm einen großen Einfluß zu gewähren. Allein infolge seiner vollkommenen Geschäftskenntnis, seiner unermüdlichen Arbeitsamkeit und Dienstgefälligkeit gegen alle seine Kollegen wurde Siegwart im Regierungsrat bald unentbehrlich. Er benahm sich zurückhaltend, fast bescheiden. Bei dem Ratsherrn Leu, von dem im Großen Rate und im Volke alles abhing, wußte er sich dadurch einzuschmeicheln, daß er Frömmigkeit zur Schau trug.»