1261 – 1263 Dieterswil und Moosaffoltern
ln der bereits erwähnten Zusammenstellung über die Naturaleinkünfte von Hartmann dem Ältern und dem Jüngeren von Kiburg (1261-63) werden die Dörfer Dieterswil und Moosaffoltern notiert: Dieterswiler scoposse (=Schuppose); Affoltera scoposse (FRB ll S. 537). ln weiteren Urkunden wird Dieterswile aufgeführt, so 1262, 1263, 1264, 1364 und 1374. 1380 ist Dieterswile auch im obgenannten Urbar der Abtei Fraubrunnen festgehalten.
Erich Blatter und Thomas F. Schneider schreiben zur Deutung dieses Ortsnamens:
«Als Bestimmungswort dient die oberdeutsche Personennamen-Kurzform Dieter, die zurückgeht auf die althochdeutsche Vollform Diether, Diethere, Diethert u.ä., das erste Glied zu althochdeutsch diot, diet, deot «Volk», germanisch theuda- «Volk» und das zweite Glied zu althochdeutsch heri «Heer»
Affoltre propre Teiswile (=Affoltern bei Deisswil) wird auch im Zusammenhang der erwähnten Verkäufe Elisabeths, Witwe Hartmanns des Jüngeren, im Jahr 1263 genannt (FRB ll S.565). Der gleiche Name ist in Urkunden des 14. Jahrhunderts zu finden, wobei in einigen nicht sicher festzustellen ist, ob es sich um Moosaffoltern oder Grossaffoltern handelt. lm Ortsnamenbuch des Kantons Bern, Dokumentation und Deutung, steht zu Moosaffoltern folgende Erläuterung (Bd 3, S.331): «Die ursprünglich nur «Affoltern» genannte Siedlung am Nordrand des Moosgebietes zwischen Urtenen-Schönbühl und Schüpfen erscheint von der Mitte des 15. Jahrhunderts an als «Klein›Affoltern», zur Unterscheidung von dem ursprüngiich ebenfalls bloss den Namen «Affoltern›tragenden heutigen «Grossaffoltern». Das Wort «Affoltera» stammt [,..] vom althochdeutschen «apholtra» (=Apfelbaum) ab.»