die Felsenheide von Pieterlen

Im Rücken des Dorfes Pieterlen stehen seine Wahrzeichen:

Über einem schmalen Streifen Buchenmischwald türmen sich die Westerfluh uncl die Kirchfluh

Der Naturfreund, der dort oben die Spazierwege verläßt und in den steilen Halden herumklettert, darf weder Hitze noch Dornen noch Schlangen fürchten. Zur Belohnung wird er seltene und wunderschöne Blumen, farbenprächtige Schmetterlinge und Käfer finden. Man würde gar nicht vermuten, in diesem steinigen und trockenen Gebiet eine so reichhaltige Vegetation anzutreffen. In den mit niederen Büschen bewachsenen Wiesenflächen, die der brennenden Sonne ausgesetzt sind, hat sich eine ganz eigenartige Pflanzen- und Tiergesellschaft angesiedelt, wie man sie sonst nur weiter westlich an den Südhängen des Juras und im Wallis wiederfindet.

Die Niederschläge versickern hier schnell im Geröll, deshalb gedeihen nur Pflanzen, die der Trockenheit zu widerstehen vermögen. Häufig werden Wurzeln, Knollen oder Blätter zur Wasserspeicherung benützt, oder eine filzige Oberfläche vermindert die Verdunstung. Andere Arten haben ihre Vegetationsruhe im Sommer, damit ihnen die Dürre nichts anhaben kann. In Fachkreisen bezeichnet man diese Lebensgemeinschaft von wärmeliebenden Tieren und Pflanzen als Felsenheide.

Wir haben es dem unermüdlichen Einsatz David Andrists, des begeisterten Naturfreundes, zu verdanken, daß mit der Zustimmung der Burgergerneinde Pieterlen 1952 die Felsen und ihre nächste Umgebung unter Naturschutz gestellt werden konnten.

Die Felsenheide ist ein Überbleibsel aus der Nacheiszeit. In einer Periode starker Erwärmung siedelten sich wärmebedürftige Pflanzen aus dem Süden bei uns an. Später ermöglichten eine Abkühlung und vermehrte Niederschläge den Waldbäumen, fast das ganze Gebiet zu bewachsen und die Heide zu verdrängen. Nur dort, wo die Bäume nicht zu existieren vermögen, finden wir noch die kleinen Inseln der Felsenheide. Aus der großen Zahl von interessanten und seltenen Pflanzen seien hier nur einige Kostbarkeiten erwähnt.