Mullen

Mulnet 1185, 1322, Mulins 1331 , Mollon 1348

Dörfchen und Gemeinde von 52 Einwohnern in neun Hüsern in der Kirchgemeinde Erlach, Amtsbezirk Erlach, am Abhange des Julimont, zwischen Erlach und Tschugg, von jedem ½ und von Bern über Walperswyl Erlach 8 und über Jns Erlach 8 ½ Stunden entfernt.

Jn Mullen scheint eine kleine römische Niederlassung gestanden zu haben, das bezeugen die grosse Menge dort gefundener Ziegel und Mauerreste eines Hauses.

Die Abtei St.Johannsen hatte schon im 112. Jahrhundert in Mulnet ein Eigengut, das Lehensleute inne hatten, die nach ihm de Mulnet genannt wurden. 1322 nahm Burkhard Jugler, Burger zu Erlach, Ulrichs Sohn, von der Abtei den Hof zu Lehen (FRB I.478, II. 30, V. 284)

Nach der Reformation kamen die wenig bedeutenden Herrschaftsrechte von Mullen und Gals, die St.Johannsen gehört, an Bern und zwar an die Landvogtei Erlach (Blösch, in der Grossen Festschrift 69)

Heimo von Lovens, Burger von Landeron, verkaufte 1331 dem Heinrich Hammer, Burger von Erlach, seine Rebe „Wachet“ zwischen den beiden Mühlbächen neben dem Thurme, den er vom Capitel zu Solothurn zu Lehen trug (FRB V. 782) Jst unter diesem Thurme noch ein Rest der römischen Niederlassung zu verstehen ?

Eine kleine Ansicht des Dörfchens findet sich auf einer Karte aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts (Schauenburgisches Convulut im Generalstabsbureau) und auf der Amt-March des Klosters St.Johannsen von Alb. Knecht 1751 ( im bernischen Staatsarchiv)

Etymologisch erweitert durch Gatschet 1867:

Mollondins, Mullen, Reysses

Der Thurm und das Dorf Mollondins (waadtl. Bezirk Iferten) ist nach dem leteinischen Ausdruck molendinum , Mühle , benannt. Dem Namen Mullen, bei Erlach (J.de Munnet burgensis castri de Herlaco 1267 bei Matile; Borcardus de Molendinis 1284 bei Trouillat II, 394 und Mulnet um 1450) liegt dieselbe Benennung zu Grunde (Mullen besitzt zwei Mühlen). Reysses , bei Grandson, ist nach dem Patgois raissa, die Mühle, benannt (Martinus de Reysses 1273, Chart Hautcrêt) und ist das romanisiertte deutsche Wort Runs, Runse.

Zimmerli 1895

Mullen mit 9 Haushaltungen (49 Seelen) ist ganz deutsch. Es ist in Erlach kirchgenössig und gehörte schon früh zu den Klostergütern von St. Johannsen. Die südlich vom Dorfe gelegenen Äcker waren im Umfange von etwa dreissig Jucharten eine reiche Fundstätte römischer Baureste und Münzen