Moosaffoltern, Kleinaffoltern

Affoltre 1262, Affoltrun, Affolteron 1275, Affoltre 1345

Dorf von 141 Einwohnern in 14 Häusern in der Gemeinde Rapperswyl, Amtsbezirk Aarberg, auf dem Wege von Münchenbuchsee nach Dieterswyl und Rapperswyl; 20 Minuten von letzterm und 2 ½ Stunden von Bern entfernt.

Es sind hier römische Mauerwerke gefunden worden.

Die Grafen von Kyburg besassen 1262 daselbst fünf Schupposen; in diesem Jahre verkaufte Graf Hartmanns des Jüngern Wittwe ihren Besitz im Dorfe der Abtei Frienisberg. Der Vogt ihrer Tochter Anna, Graf Hugo von Werdenberg, genehmigte solches 1263. (FRB II.537,565,567,570)

Auch der Johanniter-Orden besass Güter im Dorfe. 1263 verlieh Heinrich von Toggenburg, Comthur von Bubinchon, dem Burkhard von Affoltern, seiner Frau und seinen Kindern seine Aecker daselbst um einen jährlichen Zins (FRB II.587)

Graf Eberhard von Habsburg und seine Gemahlin, die erwähnte Anna von Kyburg, verkauften das Kyburgische Gut zu Affoltern bei Tezwile (Deisswyl) mit allen Zubehörden und Rechten den Johannitern von Buchsee. Annas Mutter genehmigte den Verkauf unter Verzicht auf ihr Ehesteuerpfand am 21.Juni 1275 ( FRB III.119-120)

Güter zu Affoltern veranlassten auch Streit zwischen Ulrich von Buchse, Ritter und den Johannitern von Buchse, 1275 gab er bei einer Tauschverhandlung seine Ansprüche auf (FRB III.126)

1325 schenkte Catharina von Seedorf den Johannitern verschiedene Güter, wogegen sie sich verpflichteten, ihren Bruder Ruf von Seedorf zu verpflegen. Er soll noch 4 Pfund Pfennige erhalten, die vom Hofe zu Affoltern zu nehmen sind. (FRB V.457.458)

Von dem Hofe der Johanniter in Affoltern erhielten am 5. August 1328 Ruf Jsenhut, Burger von Bern und seine Frau Jta von Trimstein ein Leibgeding (FRB V. 645)

Heinrich Peterler, vom Haus der Johanniter in Buchsee, gab 1333 1 ½ Jucharten des Ackers zem Bechli und 1/3 der Colerzmatt und seine Schuppose zu Affoltren als Ehesteuer seiner Enkelin deren Manne Cuno Uebelmann (FRB VI.29) Seine Wittwe verkaufte diesen Besitz und den Acker uffen der Ebeni und den Acker Barnhalden an die Johanniter 1343 (FRB VI. 804). Anna von Seedorf, Weisterin des Frauenklosters Deutschen Ordens zu Bern, hatte im Anfang diese Jahres dem Haus Buchsee 5 Pfund Pfenning zum Ankauf von 5 Schilling vom Acker ze Bechle und der Kohlersmatte in der Dorfmarch Affoltern bei Buchse zur Stiftung einer Jahrzeit geschenkt (Stettler, Regesten des Männerhauses Buchsee Nr. 119, FRB VII.738)

Heinrich und Catharina Peterler, Geschwister, verkauften 1345 ihre kleinen Güter zu Deisswyl und Affoltern bei Deisswyl den Johannitern zu Buchse (FRB VII.144)

Burgergeschlechter; Hofer, Ruchti, Stähli

Etymologisch

Die ursprünglich nur Affoltern genannte Siedlung am N-Rand des Moosgebietes zwischen Urtenen-Schönbühl und Schüpfen erscheint von der Mitte des 15.Jahrhunderts an als Moos-Affoltern, im 18.Jh. auch als Klein-Affoltern, zur Unterscheidung von dem ursprünglichen ebenfalls bloss den Namen Affoltern tragenden heutigen Grossaffoltern (BENB I/2, 116)

bei den Apfelbäumen, mehr unter Grossaffoltern