Meinisberg

Französisch Montménil, Meinhartsperg 1262, Meynesberg 1322, Meinsperg 1353

Dorf von 504 Einwohnern in 85 Häusern in der Kirchgemeinde Pieterlen, Amtsbezirk Büren, auf dem linken Aarufer, über Schüpfen und Büren 7 Stunden von bern und 1 kleine Stunde von Büren entfernt.

Jn der Griengrube bei der Kreuzung der Strassen von Pietrlen und Büren sind Skelette mit broncenem Achmucke aus helvetischer Zeit gefunden worden (G.de Bonstetten, Carte arch. P. 25)

Jn Meinisberg waren die Grafen von Kyburg 1262 begütert (FRB II.536)

Meinisberg gehörte seit dem Ende des 13. Jahrhunderts zum Bisthum Basel und lag in dessen Herrschaft Erguel, deren Kastvogtei die Bischöfe im 134.Jahrhundert an Meyer und Rath von Biel übertragen. So gehörte Meinisberg zum Pannergebiete von Biel bis zur Revolution ( Trouillat III. 422,802 C.A.Blösch, Geschichte der Stadt Biel I . 60.61,78). Durch Rathsbeschluss und Genehmigung der Burgerschaft wurde Biel am 7.Februar 1798 Frankreich einverleibt und zwar dem oberrheinischen Departement. Dessen Unterpräfectur Delsberg bestand aus den Kirchgemeinden Biel Jlfingen, Büderich und Pieterlen.

Der Einmarsch der Alliirten in die Schweiz hatte auch in Biel die Abschüttelung des französischen Joches zur Folge. Eine provisorische Regierung amtete bis 1815. Laut Beschluss der bernischen Regierung vom 6.April 1816 wurden Pieterlen, Rotmund, Meinsiberg und Reiben zum Oberamt Büren geschlagen, während Biel zum Oberamt kam. –

Am 19.März 1733 verbrannten hier 18 Häuser

Geschlechter des Dorfes: Henzi, Kunz, Laubscher, Ris, Schott.

Etymologisch

Aufgrund der ältesten urkundlichen Beleger dürfte dem BW unseres ON ein ahd. PN Meingold zugrunde liegen, entstanden aus älterem, in SG seit a. 8311 bzw. 860 bezeugten Maganolt, Meginolt (Förstemann I, 1071 ff., bes. 10780; Kaufmann , Ergänzungsband, 243 f.) mit alem. G-Schwund in der Verbindung -egi- (vgl. Dittli, Zug, 281, Meinischwanden) und Reduktion von -oltes> -is/-es (Sonderegger, Appenzell 6b; z.B. Landisberg <* Landoltesberg; vgl. auch SONB I, 40)

Wulf Müller (brieflich) geht von der Annahme aus, es könnte sich ursp. Um einen rom. FIN aus dem 6.Jh. habndeln, welcher dann von den Alemannen ca. im 8./9.Jh. übernommen worden wäre. Die heutige frz. Form Montménil sei wegen des -/- in -ménil phonetisch jung und gehe vermutlich zurück auf älteres *Montmenol (vgl. Meinol- im Beleg von 1320) Der phonetische Weg dieses morphologisch typisch romanischen Namens ins Deutsche, lasse sich allerdings nicht mehr rekonstruieren (s. auch LSG, 584)

Vgl. auch Einisberg (BENB I/I, 74; der in FRB II, 537 mit Hasle II und Oberburg usw. genannte urkundliche Beleg Meinhartsperg 1261-1263 bezieht sich hierauf, nicht auf Meinisberg I)