Lamligen
Französisch Lamboing, im Patois Langbois oder Longbois. Lamboens 1235, Lambuns 1251, Lanboems 1255, Lamblingen 1291-1315, Lamplingen 1506
Dorf in der Kirchgemeinde Tess, Amtsbezirk Neuenstadt, zwischen dem Tessenberg und dem Spitzberg, an der Strasse von Tess nach Ilfingen gelegen, wo von Twann eine Strasse durch die Twannbachschlucht nördlich führt. Die Entfernung beträgt von Bern 11 ¾ von Tess ¼ , von Neuenstadtt 2 und von Twann 1 Stunde.
Das Dorf hat in 58 Hüsern 379 Einwohner. Mit den Häusern von la Prège et Macolin, la Chaux, les Moulins,, la Reposière bildet es eine Einwohnergemeinde (in 91 Häusern 564 Einwohner). Zwischen Lamligen und Jlfingen stand eine römische Befestigung zum Zwecke des Schutzes der Strasse.
St.Johannsen besass nicht nur die Collatur des Tessenbergs, sondern in allen einzelnen Orten desselben besondere Güter. So hatte ihm der FFreie Ulrich von Ulfingen 1235 seinen Besitz in Lamligen vergabt (FRB II.146). Die Abtei Bellelay erhielt 1251 von Ulrich von Biel, einem Ministerialen, dessen Allod in Lamligen (FRB II.335) Von einem Walther von Biel, Ritter, Sohn Ludwigs, war ein Stück Land in Lamligen an das Kloster Fraubrunnen gekommen; die Nonnen vertauschten es 1291 an den Freien Burchard von Tess (FRB III. 496. Amiet, Regesten von Fraubrunnen Nr. 34). Durch Otto von Biel, Ritter, kam 1306 das Hochstift Basel in den Besitz von Gütern zu Lamligen (FRB IV.250). Auch Gottstatt war hier begütert (1315, FRB IV. 625)
Die vier Gemeinden des Tessenbergs , Tess, Lamligen, Nos und Prägels standen unter der Hoheit Berns und des Bischofs von Basel. Das erstere hatte die Gerichtsbarkeit und die geistlichen Rechte, der Bischof das Pannerrecht. Die Mannschaft zog mit dem Panner von Neuenstadt. Die örtlichen Angelegenheiten von Lamligen, Nos und Prägels wurden durch Meyer besorgt. Jn der Revolution wurde der ganze Jura (das Bisthum Basel)) Frankreich einverleibt; 1814 wieder frei geworden, kamen Neuenstadt und der Tessenberg 1815 an das Oberamt Erlach; 1846 ward Neuenstadt ein eigener Amtsbezirk, zu dem noch der Tessenberg gehört.
Ob Lamlien einen Ortsadel gehabt, der freiherrlichen Standes war (Blösch, Geschichte der Stadt Biel I. 39) ist fraglich. Von dem edlen Geschlechte von Lamligen ist folgendes bekannt:
Albert von Lamlingen, genannt Sautiers, Burger von Biel, tart 1255 Reben in Rugerol an Bellelay ab (FRB II.404)
1332 verkauften Eberhard und Hans von Lamligen, Edelknechte, Söhne des weiland Wernhart von Raprechtswyl, mit ihren Frauen Agnes und Elisabeth und ihren Kindern Hans und Rudolf (Kinder Eberhards) und Albrecht und Ellina (Kinder des Hans) an Fraubrunnen ihre Wiese auf dem Maglingenberg. Ein Peter von Lamplingen besass um 1500 (?) Reben zu Biel (Amiet, Regesetn von Fraubrunnen Nr. 158 und 919)
Jn Biel gab es ein angesehenes Geschlecht Lamlinger, das Wohl aus unserm Dorfe stammte (R. F.v.Mülinen, geneaologische Fundgrube VI. 90 Mss)
Zimmerli 1891
Lamboing
Deutsch Lamlingen, zählt 84 Haushaltungen, von denen nur 1 deutsch ist. Von den welschen Einwohnern können nur wenige deutsch. Die Kinder sprechen patois unter sich. Die vorherrschenden Geschlechtsnamen sind Racine, Richard, Carrel, Devaux. Sämtliche Flurnamen sind romanisch.
In dem Annex les Moulins sind 11 patois sprechende Haushaltungen.
Urkundliche Belege: allodium de Lamboens 1178, Trouillet I, 364; Alberthus de Lamboems dictus Sautiers 1255, FRB II, 404 ; terra in Lamblingen 1291, ibid III, 496