Jpsach
Ipzacho 1265,Ibzacho 1306, Ypzach 1335
Dorf in der Pfarre und im Amtsbezirk Nidau, am rechten Ufer des Bielersees, südlich vom neuen Zihlkanal, an der Strasse von Nidau nach Erlach, ½ Stunde von Nidau und 6 ¼ Stunden von Bern entfernt.
Dorf und Gemeinde Jpsach haben in 36 Häusern 229 Einwohner.
Auf dem Buchsifeld bei Jpsach, „in der Stadt“, wurden 1830 aus Auftrag der bernischen Regierung Nachforschungen angestellt, welche einige römische Spuren von Gebäuden und eine Strasse zu Tage förderten (Tagebuch des Oberamtmanns von Nidau, Gottfried von Mülinen, vom 24.April und 8.Mai 1830)
1332 verpfändete Cuno von Sutz für seine den Grafen von Neuenburg-Nidau gelobte Treue seine Güter zu Jpsach, 6 Schupposen, Twing und Bann, die Graben mit Aeckern, Matten, Holz, Feld, Wunne, Weid, Allmenden, Mösern, Wassern, Fischenzen, das er alles vom Kloster St.Alban in Basel um 30 Schilling Zins zu Erblehen hatte (FRB VI.27-28). Unter den iselgauischen Gütern, die Ulrich von Sutz 1335 dem Grafen Rudolf III. von Nidau verkaufte, befinden sich auch solche zu Jpsach (FRB VI.188-189).Dessen Tochter Anna, Gemahlin des Grafen Hartmann von Kyburg, erbte die seeländischen Güter ihres 1375 kinderlos gestorbenen Bruders Rudilfs IV.. Sie verkaufte 1381 die Grafschaft Nidau dem Herzog von Oesterreich; vieles war aber verpfändet, das der Herzog erst noch lösen musste, so „ein Zehntlein zu Jpsach und Schüpfen, gehören gen Nidau“ einen Zins von 3 Mütt Waizen werth – war um 130 Gulden zu lösen und der Hof zu Jpsach, der an Hänsli von Wengen um 100 Gulden verpfändet war (Solothurner Wochenblatt 1825 S 491). Jm Kriege von 12388 eroberte Bern die Grafschaft Nidau und bildete aus ihr eine Vogtei.
Belmont, Port, Jpsach und St.Niklaus bildeten bis 1798 einen der 6 Viertel der „untern Grafschaft“ des Landgerichts von Nidau. Jn der Helvetik gehörte Jpsach zum Districte Seeland, von 1803 an wieder zum Amte Nidau.
Der Korn- und Weinzehnten gelangte 1575 von Christian Drühorn von Biel, Burger zu Bern, nebst Gütern zu Sutz und Reben zu Tüscherz an seine Gemahlin Magdalena Tschartner; sie vererbte die Güter alle, da sie kinderlos blieb, ihrem Bruder David (Genealogie Tscharner)
1420 vergabte Sefried Ringold seinen Theil am Hofe zu Jpsach und Wyler der Kirche von Nidau und 1478 verkaufte Walther Marschall von Delsberg seinen Hof zu Jpsach an Jakob Amiet’s von Neuenstadt Erben (Stettler’s Lexikon I.200 , aus dem St.Johannsen Documentenbuch)
Von einem Geschlechte „von Jpsach“ sind bekannt Berchtold und Johannes (Eberhardi ?) 1265 und 1308, beide Burger von Biel (FRB I.c.)
Etymologisch
Ipse – Galloromanisch -acum-Bildung < *Ebetiacum mit dem lateinisch Gentilnamen Aebutius, Ebetius oder Ebidus (P.Aeschbacher, sur les noms de lieu en -acum de la suisse alémanique ZONF 3, 1927 S. 33, 34)