Janzenhaus
Joncenhusen 1265, Jonzenhusen 1277
Weiler von 6 Häusern mit 42 Einwohnern in der Gemeinde und Pfarre Wengi, Amtsbezirk Büren, am südlichen Abhang des Bucheggberges, am Limpach gelegen, zwischen den Strassen Wengi-Diesbach und Wengi- Schnottwyl-Büren, ½ Stunde von Wengi, 1 ½ von Büren und 4 ½ von Bern entfernt.
Nördlich vom Dörfchen, auf einem Ausläufer des Bucheggberges, steht eine durch einen Graben abgeschnittene Anhöhe, der 2guldig Hubel“, eine Erdburg, Die Sage meldet, ein goldener Wagen sei darin verborgen, der alle Weihnachten zum Vorschein komme. Etwa 70 Schritte östlich fanden sich Spuren einer römischen Niederlassung (Eugen Schmid, im Anzeiger für schweizerische Alterthumskunde 1874 II 561).
(Altes Erdwerk bei Janzenhaus – Nördlich von dem Dörfchen Janzenhaus, bei Wengi, findet man ein altes Erdwerk, bekannt unter dem Namen „der guldig Hubel“. Von der steilen Anhähe ob der Dörfchen(einem Ausläufer des Bucheggberges) tritt ein schmaler, langgestreckter bewaldeter Grat in das flache Ackerland hinaus. Dieser Grat ist durch einen tiefen Graben von der Anhöhe abgeschnitten und unmittelbar aus demselben erhebt sich ein Hügel von der Form eines abgestumpften Kegels. Er hat eine Höhe von 12 Fuss und 75 Schritt im Umfang. Nördlich ist er begrenzt von dem Graben, östlich und westlich ist seine Abdachung gleichlaufend mit der des Grates. Gegen Süden umgibt seinen Fuss ein ebener, einem Vorhofe ähnlicher Platz, von der Form eines unregelmässigen Dreieckes. Dieser Platz misst am Fusse des Hügels, wo er am breitesten ist, 40 Fuss und ist 55 Fuss lang. Dieser Platz ist durch Kunst geebnet. Auf der Ost- und Westseite begrenzen ihn die steilen Seiten des Grates und auch die Südseite fällt sehr steil etwa 16 Fuss. Hier sieht man deutlich, dass diese Abstufung durch Menschenhand hervorgebracht ist. Von hier zieht sich der Grat gleichmässig senkend, noch 160 Fuss und endet in einer steilen Spitze. Vorher bemerkt man aber noch eine zweite, schwächere Abstufung.
Auf dem guldigen Hubel nahm ich im Oktober 1871 eine Nachgrabung vor. Der Hügel ist aus Lehm und Walderde, ganz ohne Steine aufgeführt, wahrscsheinlich aus der dem Graben entnommenen Erde. Der Grund besteht aus steinartigem rothem Lehm, darüber eine Schicht von blauem Lehm, ungefähr 6 Zoll hoch und sehr stark ,mit Kohlen untermischt. Dann kommt eine Schicht von gelbem Lehm, anderhalb Fuss hoch, wie die frühere sehr fest und ebenfalls etwas Kohlen enthaltend. Hierauf folgt ein Gemisch von blauem und gelbem Lehm von 4 ½ Fuss Mächtigkeit, sehr locker und darüber Walderde. Merkwürdigerweise fand sich in diesem Hügel kein grösserer Stein, obschon deren in der Nähe genug vorhanden sind. Auch habe ich keine einzige Topfscherbe finden können. Das einzige Fundstück war ein eiserner Griffel (Stilus) von 9 Zoll 3 Linien Länge, mit hübsch gearbeitetem Köpfchen.
In der Umgegend geht die Sage, im guldigen Hubel sei ein goldener Wagen begraben, dessen Deichsel alle Weihnachten zum Vorschein komme.
Auf der Anhöhe vom guldigen Hubel, von demselben etwa 70 Schritt entfernt, fand ich Spuren einer Ansiedlung aus der Römerzeit. So z.B unter vielen Stücken einen ganzen unbeschädigtern Leistenzeigerk und viele Topfscherben, worunter den Hals einer Amphore. Von diesen Scherben ist nur der kleinste Theil römische Arbeit, die meisten sind den in den Grabhügeln gefundenen Sacherben ähnlich. Von Eisen kamen nur einige grosse Nägel zum Vorschein. Merkwürdig sind aber die vielen hier gefundenen Eisenschlacken. Von Mauerwerk habe ich keine Spur gefunden. Die Scherben und Ziegelstücke verbreiten sich über eine Fläche von mehreren Jucharten.
Was der zweck diese Erdwerkes gewesen, ist wohl schwer zu entscheiden. Der Form des Hügels nach denkt man zuerst an einen Grabhügel. Dann würde man aber neben den Kohlen auch Scherben gefunden haben, wie in andern Grabhügeln. Eher könnte es ein Kultort gewesen sein, worauf der vorhofähnliche Platz zu deuten scheint, obschon ich keine auf Opfer deutende Knochen gefunden habe. Zu einer Befestigung war das Werk doch etwas zu klein. Es lässt sich aber annehmen, dass es in Beziehung zu der nahen Niederlassung gestanden habe, welche in die römisch-helvetische Zeit zu versetzen ist. Denn das Fehlen von Mauerwerk und die keltischen Scherben deuten noch auf keltische Bewohner, während die Leistenziegel und der Stilus auf römischen Einfluss hinweisen.
Eugen Schmid)
Die Abtei Frienisberg erwarb hier viele Güter: Hugo von Jegistorf, Chorherr zu Beromünster, schenkte ihr 1265 alle seine Güter zu Janzenhaus, Scheunenberg und Alteich (FRB II 622); von Heinrich von Jegistorf tauschte sie eine Wiese zu Janzenhaus 1277 ein (FRB III 221) 1371 verkaufte sie aber die Güter an den Solothurner Rudolf Seefried. Doch müssen sie später wieder an die Abtei zurückgefallen sein.
Scheunenberg und Janzenhaus gehörten fast ganz zu Frienisberg. Die Leute gehörten seit 1403 vor des Klosters Gericht (Frienisberg Buch I.68b). Als das Kloster zu einem Amte umgeschaffen und in 4 Gerichte getheilt war, 1.Seedorf und Meykirch, 2.Schüpfen., 3.Rapperswyl, 4. Büetigen, gehörten die beiden Weiler zu diesem letzten (Frieden 143)
Janzenhaus und Scheunenberg zinsten an Frienisberg im Jahre 1528: 26 Mütt Dinkel, 25 Mütt Haber, 1 Pfund 16 Schilling Weinzins, 10 Hühner, 18 Hähne und 175 Eier (Frieden, das Kloster Frienisberg 66, 103)
1803, bei der neuen Eintheilung der Aemter, gelangte Janzenhaus zu Büren.
Aus Janzenhaus stammt Jakob Stämpfli, geboren 1820, Fürsprech, Redaktor der Berner Zeitung, Führer der Jungradikalen, bernischer Regierungsrath 1846 bis 1850 und von 1854 an, Nationalrath, Bundesrath 1858 bis 1863, gestorben 15.Mai 1879.
Ueber römische Funde in Scheunenberg siehe Hallers Helvetien unter den Römern II 343