Hagneck
Hagneg 1453
Dörfchen in der Kirchgemeinde Täuffelen, Amtsbezirk Nidau, südlich von Täuffelen, nahe der Mündung des Aarekanals. Es hat in 16 Häusern 112 Einwohner und bildet eine Einwohnergemeinde der Kirchgemeinde Täuffelen. Die Entfernung beträgt von Bern 6 ¼ von Täuffelen ½ Stunde.
Unmittelbar nördlich von der Mündung des Kanals befinden sich Überreste einer Verschanzung, die nicht mittelalterlichen, sondern keltischen oder römischen Ursprungs ist.
Unter den zum Mannlehen von Erlach gehörenden Gütern werden auch solche zu Hagneck genannt (siehe Erlach). Haus und Hof und Gut zu Hagneck waren 1676, als die May Jnhaber des Lehens waren, von ihnen al Bendicht und Jakob Kocher, Jakob und Niklaus Laubscher und 1700 des letztern Schwiegersohn Ulli Köhli verliehen (Mannlehenbuch von Erlach im Staatsarchiv Bern S.647) 1718 verlieh Niklaus von Diesbach als Jnhaber des Mannlehens von Erlach einen Viertel des Hofes von Hagneck an Ulrich Winkelmann.
Jn der neuesten Zeit ist der Name des Dorfes bekannt geworden durch die Anlage des Aarekanals als Theils der Juragewässercorrection. Der Kanal erstreckt sich von Aarberg bis zum See, indem er Bargen südlich lässt, darnach 1 Stunde westlich und nun in nordwestlicher Richtung, südlich an Hagneck vorbei gegen den See sich zieht. Er ist 8 Kilometer lang, 60 Meter breit und 6 Meter tief. Jn der Nähe der Einmündung in den See ist er überbrückt.
Jm Hagneckmoos wird viel Torf gewonnen. Zu dessen Fortschaffung und Verladung auf dem See wurde ein Tunnel durch den Hügel, der das Hagneckmoos vom Bielersee trennt, angelegt. Dabei stiess man auf eine Höhlung im Felsen, die mit Schutt und Balken angefüllt war. Um den Tunnel zu schützen,mauerte man die Höhlung wieder zu. Manches Jahr später, 1874, stiess man bei dem Hagneck-Kanal-Einschnitt ebenfalls auf eine Höhlung. Sie stand, wie vermuthet wurde, mit der erstern in Zusammenhang. Man grub weiter und entdeckte einen Wasserstollen aus römischer Zeit, 5 -6 ` hoch, bis 3` breit, der durch Holzwerk vor dem Einsturz geschützt war. Vorgefundene Gegenstände lassen keinen Zweifel walten, dass der Wasserstollen von den Römern angelegt ist. Er liegt so hoch, dass anzunehmen ist, das Hagneckmoos sei zu Zeiten, wenn nicht beständig, unter Wasser gewesen. Durch das Moos aber führte die grosse Militärstrasse und so diente der Kanal dazu, dies grosse Pfahlwerk vor Überschwemmungen durch Ableitung des Wassers zu schützen.
Hagneck kam mit der Herrschaft Erlach 1476 an Bern (Blösch 62)
Etymologisch:
Hagni Dorf Gemeinde, Hagneg 1353, Hensli von Hagenegg 1425, Burcki helbling von hagneck 1519, Hagnegg 1530, Hagenegk 1533 ,Hagne 1577, zu Hagnig 16707, 1634, Hagni 1711, Hagnegg 1739. 1749, Hagnek 1791.92 Hagneck I
Der hagnikxanau Walperswil I; hagnimatte, hagnimatte Lüscherz I, hagnimos, hagniwaud, Hagneck I
Nach HBLS IV , 54 befindet sich im Gemeindearchiv eine Urkundenkopie von 1527 «das alte Recht der Feldfahrt und Schweinemast < in den Hägen> betreffend, welches gegen die Ansprüche der Bauernsame von Ins mit Erfolg verteidigt wurde». Der mittelalterliche Hof lag offenbar am Rand dieser Hägen (Hagen) s.d. auf einer Egg (Moränenanhöhe). Ein Werner Hagnigger, Bürger von Nidau, erscheint schon 1365 (FRB VIII, 531) und ein Hagnigger de Gens (Jens) 1376 (FRB IX, 515)