Gurbrü
Französisch Corbru , Gurbru 1214, Corbriul 1256, Gurbrui 1262, Kurburu, Corboru 1267
Dorf am Wege von Rizenbach bei Güminen nach Kerzerz, auf dem linken Ufer der Saane, 4 ½ Stunden von Bern. Golaten, Wyleroltigen und Gurbrü sind die drei bernischen Einwohnergemeinden der freiburgischen Kirchgemeinde Kerzerz, im Amtsbezirk Laupen.
Das Dorf hat in 42 Häusern 246 Einwohner. Mit den vom freiburgischen Oberried umgebenen Stäpflishäusern bildet es die Gemeinde Gurbrü (265 Einwohner in 45 Häusern)
Bereits in der neuenburgischen Theilung der Ministerialien von 1214 erscheint unter den dem Grafen Ulrich von Neuenburg (Nidau) Zugefallenen eine Ita de Gurbru mit ihren Knaben (FRB I.515). 11256 wird ein Ulrich von Corbruil genannt, Sohn Conos und 1262 eine Bertha von Bösingen Wittwe Berchtolds von Gurbrui mit ihren Kindern Peter, Johann und Elisabeth. Sie und ihr Bruder verkauften damals dem Kloster Frauenkappelen zwei Eigenschupposen bei Kerzerz. 1267 erscheint ein Niklaus von Kurburu mit seiner Gemahlin Petronella und seinen Kindern Cono, Agnes und Williburg und einem Verwandten Cono. Sie verkauften der Abtei Erlach den vierten Theil des Zehntens von Lignieres (FRB II.437,548,697)
Nach dem Oltigerhandel gelangte Gurbrü an Bern.
Es erlebte dieselben Schicksale, wie das nahe Golaten (siehe den Artikel)
Ein grosser Brand zerstörte am 29.August 1779 sechs schöne Bauernhöfe des Ortes
Etymologisch
Die Graphic – Variation der urkundlichen Überlieferung durch lateinische, romanische und deutsche Texte spiegelt die früh erwachsene Schwerigkeit, einen bereits undurchsichtig gewordenen Namen adäquat wiederzugeben, macht aber auch eine eindeutig gesicg^herte Lösung nicht möglich. Br. Boesch verbindet Gurbrü neulich mit lat. Curvor <Krümmung> (Ber. Des XII int. Kongress für Namensforschung 1975, 188 anm.) das erste Element ist aber mit hoher Wahrscheinlichkeit das in diesem westlichen Sprachgranzraum verbreitete frz. Cour (curtis) Hof, Dorf>
Für das zweite nimmt Jaccard (206) eventuell ein frz. Breuil <Brüel> in Anspruch, St. Sonderegger einen PN (*curt Burin ? *curt Brûnin (rheinische Vierteljahrsblätter 31,1966, 67 282) Grosse Möglichkeit besteht für den Namen Bruno, der für die Schweiz gut belegt ist (FmI, 338 f) und auch in Flurnamen der freiburgischen Nachbarschaft vorkommt: Brünisholzena (Plaffeien), Brünisberg (St.Ursen)
Gurbrü ist also wohl ein aus romanisch curtis und einem germanischen Personennamen, dessen Rekostruktion problematisch bleiben muss , gefügtes Gebilde.
Zimmerli 1895
Ebenfalls zur Pfarrei Kerzers gehörend, zählt 45 Haushaltungen mit 246 Personen. In einer Haushaltung im Annex Stamflishäusern ist die Frau aus der welschen Nachbarschaft eingeheiratet und die Familiensprache französisch.
Als älteste Bürgergeschlechter gelten die Hurny, Vogel und Bucher. Die Flurnamen sind durchaus deutsch.
Urkundliche Belege: ita de Gurbru 1214, FRB I, 515; Ulricus de Corbruil 1256, ibid II, 437; Bertholdus de Gurbrui 1262, ibid, II, 548; Nicolaus dictus de Kurburu 1267, ibid II , 697; Uli Vegeli von Curbrün 1577, Eherodel im Pfarrarchiv Murten