Gäserz

Gesarz, Gesharse 1250

Kleines Dörfchen von 7 Häusern mit 42 Einwohnern, das eine eigene Einwohnergemeinde bildet, die kleinste des Kantons, in der Kirchgemeinde Jns, Amt Erlach. Es liegt rechts an der Strasse, die von Nidau nach Erlach führt, am Abhang des Grossholzes, von der Strasse durch Reben getrennt, ¼ Stunde von Brüttelen, ½ Stunde von Lüscherz, 1 ¼  von Jns, 2 von Erlach und 6 von Bern entfernt.

Unten am Dorfe, rechts vom Wege, sind noch ein Burghügel und Graben sichtbar. (Mittheilung von Herrn Pfarrer Gerster in Kappelen bei Aarberg) Von ihren Bewohnern ist uns nichts bekannt.

Die Abtei Frienisberg besass in Gäserz einen Hof, den sie 1250 an den Freien Rudolf von Schwanden gegen eine Schuppose zu Schwanden und Zehnten zu Bundkofen und Kosthofen vertauschte (FRB II.320,321

Zu Gäserz bestand eine Freistatt.

Etymologisch
Gäserz- gesets,gesets (Weiler) , seu in Nugerols, seu in Kesas 1182, de Kesarts 1233, curtom nostram de Gesarz 1250, de Gesharse 1250, de Gasar 1381, Gassertz 1485, Gäsertz 1530 …. Brüttelen I
gesets-  -mös, - brüu, - tsente (K) Brüttelen I

Wenn unsere ältesete Belegzuschreibung stimmt – in kesas 1182 (FRB I, 469) – dann dürfte der Auslaut ursprünglich kein – r- enthalten und der Name sich erst später – allerdings bereits 1233 – im Seeland verbreiteten ON-Endungstypus auf -rs angeschlossen haben.
Das Etymon Kes-/Ges- dürfte vordeutsch sein.

Zimmerli 1895

Eine kleine Gemeinde von 7 deutschen Haushaltungen , hat keinen französischen Namen. Der Ort gehört zur Pfarrei Ins und ist in Brüttelen schulgeössig. Die Bürgergeschlechter heissen Hämmerli und Schär.

Urkundliche Belege: Grangia de Kesarts 1233, FRB II, 131; curtis de Gesharse 1250, ibid II, 321; curia de Kesaz 1277, Zeerleder , Urkunde II, 211