Gampelen
Französisch Champion, Champlun 1228, Gamplunch und Champlun zur selben Zeit, Kamplunc 1229, Chamlon 1285, Chanplon 1289, Champion 1303, 1453, Ganplon 1346, Gampul 1348
Dorf und Kirchgemeinde an der Strasse von Jns nach Zihlbrück, am südlichen Abhang des Julimont oder Galserberges, im Amtsbezirk Erlach, ½ Stunde von Zihlbrück ¾ von Jns, 1 von Erlach und 8 von Bern entfernt.
Das Dorf hat in 38 Häusern 263, die Einwohnergemeinde (Dorf und Ausserdorf) in 61 Häusern 426 Einwohner. Die Kirchgemeinde Gampelen besteht aus den Einwohnergemeinden Gampelen und Gals und Hat 1039 Einwohner.
Jn der Nähe von Gampelen zog sich die grosse römische Strasse durch (siehe Einleitung); auch hat man im Gampelermoose viele römische Reste , Ziegel und Münzen gefunden.
Zu der Herrschaft Erlach gehörig kam Gampelen mit dieser 1476 an Bern (Blösch).
1228 bestand bereits die Pfarre Champlun, wie aus dem Chartular des Dompropstes Cuno von Estavayer hervorgeht (FRB II 89) und zwar gehörte sie in das Dekanat Solothurn des Bisthums Lausanne. Als St.Johannsen seine Besitzungen immer weiter ausdehnte, musste die Kirche von Gampelen nachgeben, so dass bald ein grosser Theil ihres eigenen Sprengels den Ansprüchen des Klosters nicht mehr vorzuenthalten war (FRB II. 65-66, 94, 102 St. Johannsenbuch II .152)
1285 wurde mit sämmtlichen Pfarreien des Bisthums auch Gampelen zu einer Zehntsteuer angehalten (FRB III.392)
Collatoren von Gampelen waren die Grafen von Neuenburg.
Aös 1453 Georg von Saluzzo, Bischof von Lausanne, durch den Bischof von Granada und den Abt von Filiacum die Kirchen seiner Diöcese visitiren liess, war ein Chorherr von Solothurn, Nikolaus Schafhuser, Pfarrer des Ortes, oder vielmehr Jnhaber der Pfründe; sein Vicar, der eigentliche Seelsorger, war Herr Rudolf von Jns, der in Jns wohnte und noch Pfarrer zu Vinelz war, also drei Gemeinden versah. Jns, das selbständig gewesen, war damals eine Filiale von Gampelen wurde zu Jns eingepfarrt, worüber sich die Leute beim Bischof von Lausanne beklagten; beide Collaturen wurden 1485 dem neuerrichteten Collagiatstifte von St. Vicenzen zu Bern einverleibt (Visitationbericht, im Archiv des hirstorischen Vereins von Bern I 307-309. 374-375. – F.v.Mülinen, Geistliche des Kantons Bern 408 Mff.)
1498 war ein Geistlicher , Johannes Küenzi, als Caplan in die Kirche von Gampelen eingedrungen; Ludwig Cramert, der Pfarrer zu Jns und Johann Armbruster, der Dompropst zu Bern, dem die Kirchensätze von Jns und Gampelen Namens der Stift gehörten, klagten den Eindringling vor dem bischöflichen Gerichte in Lausanne an; weil die Kirche von Gampelen mit der von Jns vereinigt sei und also Caplanei und Pfarre vom Propst von Bern abhange, begehrten sie, dass Küenzi seiner Würde entsetzt werde, was auch geschah. (Stiftsdocumetenbuch II 429 im Berner Staatsarchiv). Johannes Küenzi wurde aber nach der Reformation der erste protestantische Pfarrer von Gampelen, das also wieder seinen eigenen Pfarrer hatte. Durch die Säcularisation der Stift kam die Collatur von Gampelen an Bern, das sie aber bei der Vogtei Erlach beliess (dass die Herren von Erlach sie besessen, ist wohl eine Verwechslung).
Jm Thurme der nach dem Brande von 1513 neu erbauten Kirche sind zwei neuere Glocken, die eine von Abraham Zeender von 1620, die andere von den Gebrüdern Kaiser in Solothurn von 1777 mit den Figuren und Symbolen der Evangelisten (Rüscheler 33)
Am Thurme steht die Jahreszahl 1559.
Burgergeschlechter von Gampelen: Dietrich, Gyger, Käch, Meister, Mügeli, Rubeli, Tschilar, Wenker.
Aus dem Dorfe stammen die Furer, die sich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Bern zu Kaufleuten eingeburgert haben.
Es gab ein Geschlecht von Gampelen, Cuno und Johann waren in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts Burger zu Aarberg, Heinrich 1344 Burger von Bern. Rudolf von Gampelen und seine Frau Katharina kauften 1346 von Johannes und Conrad von Sutz um 350 Pfund Denare deren Güter in Lengnau, die Lehen des Grafen Walraf von Thierstein waren, mit Kirchensatz und Vogtei. Rudolfs Sohn Gottfried wurde selbst Pfarrer, setzte aber einen Vicar ein 1348 (FRB VII. 195,229,352) Rudolf war Burger zu Biel ( ueber den weitern Besitz der Kirche von Lengnau siehe den Artikel Lengnau)
Ueber der alten Pforte des Staufferhauses zu Gampelen sind zwei Wappen mit der Jahrzahl 1598, des Landvogts und Rathsherrn Sebastian Darm und seiner Gemahlin Elisabeth Stürler( Gefällige Mittheilung von Herrn Reg.-Rath Scheurer. Anzeiger für schweizerische Alterthumskunde 1893. S 256)
Dieses Haus soll die erwähnte Frau von Joffrey bewohnt haben. (Gefl. Mittheilung von Herrn Pfarrer Haas Gampelen) Jm letzten Jahrhundert besass es der Venner Franz Ludwig Jenner (geboren 1725, Unterbibliothekar 1748, der Burgern 1755, Vogt nach Nidau 1758, Oberinspector des Münsterthales und Bucheggbergs 1782, Venner 1788, gestorben 27.Juli 1804) Vom ihm kam es an die Familie des Amtsrichters Gottlieb Stauffer. Dieser G.Stauffer, aus Signau stammend, aber in Gampelen geboren den 12. Oktober 1786 und gestorben Sonntag den 7.Aprik 1872 hat folgende WQerke verfasst: „Beschreibung der ehemaligen Grafschaft und des jetzigen Amtsbezirks Erlach“, gedruckt 1852, Bern bei Rätzer, 80 S und „Top-statistische Beschreibung der Kirchgemeinde Vinelz, Oberamts Erlach“ Mff. Die ökonomische Gesellschaft, welcher er letztere im Frühling 1830 einsandte, ertheilte ihm eine Preismedaille (Neue schweiz. Zeitung 1830 nr.38)
Mit den übrigen an das grosse Moos anstossenden Eigenthümern hatte die Gemeinde Gampelen über dessen Benützung vielen Zwist; das Documentenbuch des Amts Erlach weist lange Seiten diesbzüglicher Processe auf.
Jm Bezirk der Gemeinde liegt das Arbeiterheim Tannenhof (siehe den Artikel Fanel) 1737 brannten in Gampelen 16 Häuser ab.
Abbildungen des Dorfes sinden sich auf einem Plane der Aemter Eerlach und St. Johannsen aus dem 17. Jahrhundert (Kartenband, vom General Schauenburg 1798 genommen, nun im Besitze des Generalstabsbüreaus) und auf dem Plane der Amt-March des Klosters St.Johannsen von 1751 von Albert Knecht (Staatsarchiv Bern) Eine Ansicht des Pfarrhauses ist in der Sammlung: die Pfarrhäuser des Kantons Bern, 1827 von Weibel gezeichnet.
Etymologisch
verkleinernd von lateinisch campus, vulgärlatein des Mittelalters, campellus, italienisch campello, kleines Feld (champs plans) französisch Champion (1179), 1225 Gamlunch, 1228 Champlun
kampele (Ampelun 993/1010 hieher ?) cum Chunoneprefate ecclisie de Gamplunch …. Parrochianorum de Gamplunch zwischen 1225 und 1229, ecclesia de Kamplunc zw. 1229 und 1230, in curte que vocatur Jampluns 1236, curatus de Champlon 1285, de Chanplon(Siegel) 1289, Cunone de Gamplun 1291, ante villam de Champion, …. Animalia hominum nostrorum de Champion 1303, Chunrat von Champellon 1312, Chunrat von Gampellen 1320, Conrad von Gamplon 1327 …. (17 weitere Belege 14.Jahrhundert u.a. Ganplon 1346, de Gampul 1348) …. Champion 1428 (Kopie Original 1179) znöchst by gamppolo 1530 I Gampelen
kampelegasse (Dorfgasse) Ins I, - mös Gampelen I, ströss I Erlach
Aus lateinisch *camp-ellone, dim Ableitung von campus «Feld», mit dem nach der zweiten Lautverschiebung zu erwartenden Ersatzlaut g für lateinisch-romanisch k©; dt. Gampelen entspricht lautgeschichtlich der frz. Namenform Champion (c>ts > ss; pl- > pi-); s. auch Gamp-/ Gemp-.
Zimmerli 1895
Frz. Champion, ein Pfarrdorf von 79 Haushaltungen (426 Personen) am nordwestlichen Ende des Grosses Mooses ist ganz deutsch. Landwirtschaftliche Produkte und Torf werden in Neuenburg zu Martkte gebracht; es verstehen daher viele Leute ein wenig Französisch.
Die hauptsächlischten Bürgerfamilien heissen Käch, Wenker, Dietrich und Tschilar.
Als Etymon zu Gampelen ist wahrscheinlich *campellonem anzusetzen. Ein einziger Flurname ist romanisch: Fofernwald, urkundlich silva Vavra 1179. (vgl. Wavre im Bezirk Neuenburg, Sprachgrenze I, 52) Von interessanteren deutschen Lokalnamen notire ich: Wahlenmatte, in den Güderen, Isleren, in den Blankenen und Järnetmatten, dem wahrsscheinlich ein Personenname zu Grunde liegt.
Die Namen Gampelen, Foferen und Wahlenmatte , sowie eine Menge römischer Altertümer (Münzen, Leistenziegel usw.) , die zwischen Gampelen und Zihlbrücke zu Tage gefördert wurden, lassen auf vorgermanische Besiedelung schliessen.
Urkundlich haben wir: silva Varva inter Anes et Champion 1179, Matile ,Mon, I, 21; ecclesia de Gamplunch 1225, FRB II, 65 : ecclesia de Champlun 1228, Cart. Laus, Mém et doc VI, 15 ; Jampluns 1235, ibid VI, 622 ; curatus de Chanplon 1289, FRB III, 480