Frauchwyl
Frauchwile 1249, Frankwile 1324. Franckwyl, Fraunckwyl 1578
Dörfchen von 94 Einwohnern in 17 Häusern in der Kirch- und Einwohnergemeinde Rapperswyl, Amtsbezirk Aarberg, 20 Minuten von Rypperswyl, 2 ¼ Stunden von Aarberg und 3 ¾ Stunden von Bern entfernt.
Burkhard, Herr zu Bremgarten, besass 12249 ein Lehen zu Frauchwyl (FRB II.297) Jn einer Urkunde von 1274 erscheint ein Burkhard von Francwile (FRB III.98). Ein Ulrich von Frauchwyl erscheint 1218, ein Johann 1326, Ruf 1336- Doch sind diese nicht adlig gewesen.
Der Zehnten des Dorfes war von einem von Ligerz an das Licht der Kirche von Rapperswyl gestiftet worden; 1324 erwarb ijn aber die Bauernsame von Rapperswyl mit dem nöthigern Lichte versehen, 1324 (FRB IV. 406) Kurz darauf, 1333, entschied Graf Eberhard von Kyyburg als Landgraf von Burgund, dass der zehnten dem Kloster Frienisberg gehöre (FRB V.74), offenbar auf Klage der Mönche hin; aber die Bauern erwirkten 1336 einen vermittelnden Spruch von Bern (FRB VI.299) Den an das Kloster schuldigen Zins hatten die Bauern in das Frienisbergerhaus zu Bern zu liefern ( Frieden, das Kloster Frienisberg S.107)
1363 vergabten Werner Schilling und seine Frau Anna ihrer von Heinrich von Baldstahl, Burger von Bern, erkauften Güter zu Frauchwyl an das Teutsch-Ordenshaus in Bern. 1437 gehörtern sie Peter und Hans von Kienthal (Stettlers Lexikon I.238 Mss.)
Frauchwyl lag im Landgericht Zollikofen; seine niedern Gerichte aber gehörten in’s Amt Frienisberg. Durch die Mediation kam es zum Amt Aarberg.
Jn der Nähe des Dorfes befindenn sich viele erratische Blöcke.
Burgergeschlechter: Häni (Hänni), Räz, Schluep, Zingg.
Geschliffene Glasscheiben der Familie Hänni besitzen Herr Posthalter Hänni in Grossaffoltern und Herr Professor Lotmar in Bern(letzterer von Niklaus Hänni, Ammann zu Frauchwyl und seiner Frau Barbara Fögeli von 1768 und von Hans Hänni, Wirth und Vennerich zu Frauchwyl und Elsbeth Baumgartner seiner Frau)
Etymologisch:
1263 Franchwile, ursprünglich Frankwila, bezieht sich auf den Volksstamm der Franken oder „Freien“ welche sich die Alamannen unterwarfen und einst fränkische Kolonien gründeten; vergleichhe Frenkendorf (BL)und Frankental (Z)