Engelberg

Engloberg 1311, Engelnberg 1344, Englenberg 1417

Jm Kanton Bern tragen drei Gehöfte diesen Namen, eines in der Kirchgemeinde Schwarzenegg, Gemeinde Eriz, Amtsbezirk Thun; ein zweites in der Kirch- und Einwohnergemeinde Sumiswald; das dritte im Seeland, ein schönes Rebgut mit Herbsthaus am Bielersee, unterhalb Wingreis, Kirchgemeinde Twann, Amtsbezirk Nidau.

Es soll da selbst ein Dorf gestanden haben – auf Schöpfs Karte ist es schon nicht mehr verzeichnet – das von einem Berg verschüttet worden sei.

Früh schon besass die Abtei Engelberg Reben am Bielersee: 1213 besass sie eine Rebe bei Grissach (FRB I. 513), 1235 kaufte sie von Ulrich von Ulfingen, Frei, Reben in Windgrabs (Wingreis) und in Rogget und Wald um 49 Mark (FRB II. 155, Solothurner Wochenblatt 1830 S.42). Diese Reben finden sich auch in dem 1236 von Papst Gregor IX der Abtei ausgestellten Bestätigungsbrief (Engelberg im 12. Und 13. Jahrhundert, 1846 s. 70) Sie hiessen in der Folge nach der Abtei Engelberg. „Der Herren Matten von Engelberg“ am Bielersee, werden 1332 in einem Kaufbriefe von Fraubrunnen erwähnt (Amiet, Regesten von Fraubrunnen, Nr. 158) und die Reben von Engelberg in einem Kaufbrief von 1344 (Amiet, Nr.191)

Jm Twannertwingrechtsvertrag von 1426 ist bestimmt: Die Herren von Engelberg sollen den 3 Bannwarten(des Twingherrn, von Twann und Wingreis) einem Pfeiffer und einem Knecht mit einem Hund, jeglichem einmal Gesottenes und gebratenes, neuen und alten Wein im Herbst zu essen und zu trinken geben (Pagan, historische Beschreibung der Vogtei Nidau, Mss. S.80)

Der grossen Entfernung wegen verkaufte das Kloster 1433 die eine Hälfte der Besitzung an Franz von Scharnachthal und 1438 die andere an Petermann von Wabern und Wilhelm von Roll Thomas Schöpf spricht in seiner Delineatio des bernischen Gebietes I. 166 von den pulcherrima vineta, den sehr schönen Reben von Engelberg.  Sonderbarer weise spricht er von einem castellum Engelberg.

Jm 16.Jahrhundert gehörter das Gut Augustin von Luternau, Herrn zu Liebegg und Birrwyl, Mitherrn zu Belp, dem ersten Landvogt nach Chillon. Für die Schriften aller seiner Besitzungen hatte er je besondere „Drucken“, so auch eine für die Titel „umb das huss und die räbenn zu Engelbärg am Nidauwerfeuw gelegen samptt dem zinswyn umb aller zugehördtt“- („Urbar von Belp“ Augustins von Luternau von 1530 im Staatsarchiv Bern).

Seine Tochter Magdalena brachte das Gut ihrem Manne Josua Wyttenbach zu. Derselbe war der Burgern 1560, Landvogt zu Jferten 1562, Schultheiss zu Murten 1580. Er starb den 4.Januar 1596, nachdem er am 17.April 1593 teftirt wie folgt:

„Min Manlehen zu Pferd, mine hüsern, Räbwärch und sonst ander gute zu Engelsberg, Tschafis, Bözingen und sonst ander guts zu Engelsberg, Tschafis, Bözingen und anderswo, ouch zinsrent und Gültinen, Silbergschir,husRhat,Lynwadt und mitsampt dem gutt zu Möringen und der Alpp, so Jch vermellter miner Ineben husfrouwen (Ursula von Offenburg) Jn schlysswyss wie obstat vermacht …. „ erhalten seine Grosskinder, nämlich die Kinder Beat Ludwigs von Mülinen, Landvogts zu Aarberg und der Anna Wytternbach, Josua, Margaretha und Magdalena von Mülinen.

Jahn sagt, dass das Gut darnach den Diesbach zugekommen sei. Vielleicht ist dies geschehen in Folge der Ehe der genannten Margaretha mit Jost von Diesbach, Herrn zu Diessbach (1591). Von demselben wird erzählt, er habe nicht weniger als 450 Pfund gewogen!

Wie das Gut hernach in die Familien von Werdt und Fischer (Victor Fischer, der Burgern, 1709 bis 1750) fgelangte, habe ich nicht erfahren können. Am Ende des letzten Jahrhunderts gehörte es dem Landvogt Beat Rudolf Tscharner, dem Verfasser einer geschichte der Stadt Bern, die aus Stettler geschöpft ist( Geboren 1733, Schultheiss des Aeussern Standes 1764, der Burgern 1775, Landvogt von Nidau 1776 – 1782, Salzdirektor vor Burgern 1790, starb 1799. Als Historiker steht er seinem Bruder Vincenz Bernhard, Landvogt von Aubonne, bedeutend nach. G.Tobler, die Chroniken und Geschichtschreiber des alten Bern, in der Grossen Berner Festschrift von 1891, s. 78 – 80)

Seine Tochter Katharina brachte das Gut ihrem Manne zu, Karl von Graffenried von Burgistein (1766 – 1847), der es 1842 an K.Moser und Albert Verdan verkaufte und diese veräusserten es an Frau Julie Krebs, geborne Engel von Twann, in deren Familie es sich noch befindet. (Gefällige Mittheilung von Herrn Amtsschreiber Kunz in Nidau)