Dotzigen

Tocingen 1182, Totzingen 1267, Tozzingen 1242, Thocingen 1302, Docingen 1303

Dorf in der Pfasrre Diessbach, Amtsbezirk Büren, am rechten Ufer des alten Aarelaufs gelegen, von Bern über Schüpfen 5 ¼ Stunden und 40 Minuten vom Amtssitz entfernt. Es ist eine Station der Gäubahn.

Dorf und Gemeinde haben in 48 Häusern 306 Einwohner. Dass sich auf dem Dotzigenberg eine Erdburg (Refugium) befinden soll (F.Keller, helvetische Denkmäler I. in den Mittheilungen der Antiq. Gesellschaft in Zürich XVI (1869) s. 78) wird von G.von Bonstetten bestritten. Dagegen sind in der Nähe bei Stettenberg sechs Grabhügel aus helvetischer Zeit (G. de Bonstetten, Carte arch. De Berne p 14)

Zwischen dem 25. März 1182 und 24.März 1183 vergabte Burkhard von Solothurn dem St.Ursenstift zu Solothurn sein Allod in (dem jetzt verschwundenen solothurnischen) Gumechoven (siehe Anzeiger für schweiz. Geschichte 1870, s.86) und Tocingen (FRB I 469)

Heinrich von Schüpfen, Ritter, vermachte 1267 seinem Schwiegersohne Hermann von Mattstetten Güter zu Lyss, Radelfingen, Frieswyl, Oltigen, Schüpfen, Zinse von Gütern bei Bühl und bei Dotzigen, von letzteren im Betrage einer Mark, mit Genehmigung des Vogtes seiner Lehnsherrin Anna von Kyburg (FRB II 687-688) Doch sind die Grafen von Neuenburg und zwar Strassberg, die eigentlichen Grundherren gewesen. 1268 setzte Herr Berchtold von Strassberg als Pfand für den Verzicht auf Herrschaftsrechte nunmehriger St.Johannsischer Güter zu Büren und Rüti eine Hube zu Dotzigen ein (FRB II 715). Den von Dotzigen nach Büren fliessenden Bach verlieh er 1269 als Erblehen dem Jakob, Sohn Heinrichs, Schultheissen von Büren; seine Söhne bestätigten das Lehen 1270 (FRB II 726,751)

Am 12.März 1276 oder 1277 verkaufte Graf Rudolf II von Neuenburg-Nidau, Landgraf in Aarburg und, dem Bruder Egenhard, Meister des Johanniterhauses in Buchsee, um 30 Pfund 2 Schupposen seines Allods zu Dotzigen (Stettler, Regesten von Buchsee, Nr.53 FRB III 198)

Seine Mutter, die Gemahlin Rudolfs I von Neuenburg-Nidau, hatte zu ihrem Seelenheile 4 Schupposen zu Dotzigen der Abtei Gottstatt vergabt; er schenkte der Abtei nun auch das Vogteirecht über die Schupposen, das ihm geblieben war, 31 .Dezember 1276 (FRB III 190)

Jn der strassbergischen Gütertheilung von 1309 kamen Kirchensatz, Leute und Güter, Twing und Bann zu Dotzigen an den Grafen Berchtold von Strassberg (FRB IV 347)

DieAbtei Gottstatt verkaufte am 13.Juli 1326 dem Aymo Latomus, Burger von Büren und seiner Frau Elyzabella 4 Schupposen zu Dotzigen (FRB V 517)

Kuno Grans von Solothurn, Burger von Bern, verkaufte am 16.November 1324 dem Junker Hohannes von Münsingen, Burger von Bern, um 130 Pfund Denare seine Güter in Dotzigen (FRB V 430,638,639)

Des Johannes von Münsingen Töchter Agnes und Anna verkauften sie am 26.Juli 1335 den Johannitern von Buchsee (Stettler, Regesten Nr. 107, FRB VI 205)

Ein Konrad von Dotzigen und seine Frau Jda trugen vom Gotteshause (St.Ursen) von Solothurn eine Jucharte Ackerland und Reben in Dotzigen zu Lehen; sie vergabten sie am 29. Dezember 1341 zur Stiftung einer Jahreszeit den Johannitern von Buchsee, ihren gnädigen Herren (FRB VI 631-632)

Cunzi Burri von Dotzigen und Jta, seine Frau – wahrscheinlich die eben genannten – Eigenleute des Hauses Buchsee, kauften am 15.Juni 1355 von derselben um 60 Pfund Pfennige ein Leibgeding auf 2 Schupposen zu Dotzigen, die nach ihrem Tode wieder an das Haus fallen sollten (Stettler, Regesten Nr 141)

Noch kaufte das Johanniterhaus Buchsee von Jakob von Durrach 1 Schuppose in der Dorfmarch zu Dotzigen 1352 und in Twing und Bann daselbst 3 Schupposen von Hartmann von Spins, Edelknecht, am 7.Juni 1361 (FRB VII 677, Stettler Regesten, Nr 155)

Frau Barbara von Scharnachthal, die in erster Ehe den Schultheissen Niklaus von Diessbach, in zweiter den Ritter Hans Friedrich von Mülinen und in dritter den Schultheissen Rudolf von Erlach geheiratet, stiftete 1508 in ihrem Testament bei den Barfüssern in Bern eine Jahreszeit mit 2 Mütt Dinkel Gelts auf einem Gut zu Dotzigen (Testament-Buch im bern. Staatsarchiv III 1

Der Kirchensatz von Dotzigen gehörte den Grafen von Strassberg. Am 6.Juni 1336 vergabte ihn Graf Jmer der Abtei Gottstatt (FRB VI 290,291) Er verblieb ihr bis zur Reformation, wo ihn der Staat an sich nahm. Als kurz darauf 1539 jener von Diessbach bei Büren eingetauscht wurde, vereinigte man sie und die Pfarre von Dotzigen ging ein. Mit Diessbach gehörte Dotzigen zum Amte Büren. Es bildete eines der sieben Gerichte des Amtes.

1440 richtete die Aare durch Ueberschwemmungen in den Dorfgütern grossen Schaden an.