Büttenberg

Montpottum 1228, Buttenberg 1258, Montpoton 1279, Buttunberc 1285, Buctemberg 1453

Ein Höhenzug zwischen dem Aarekanal und der Biel-Solothurnstrasse, nördlich von Gottstatt, auf dem jetzt ein grosser Hof, Bartholomähof sich befindet, zur Einwohnergemeinde Safneren, Kirchgemeinde Gottstatt gehörig, im Amte Nidau.

Auf dem Büttenberg, gegenüber Pieterlen, sind Grabhügel entdeckt worden.

Jn der Vorzeit soll hier ein heidnischer Tempel gestanden haben. Noch sind auf dem sogenannten Klosterhubel bei Stadtholz Mauerreste, die aus römischer Zeit stammen dürften (Turnis Schloss) und noch ist ein unterirdischer Gang vorhanden. Wahrscheinlich war dabei die erste Anlage des Klosters Gottsatt. (Gefällige Mittheilung von Herrn Bezirkshelfer Studer, frühern Pfarrers von Gottstatt)

Jm Mittelalter stand hier eine dem heiligen Bartholomäus geweihte Pfarrkirche. 1228 wird sie im Cartular des Bisthums Lausanne als zum Dekanat Solothurn gehörig genannt (FRB II 89)

Die Edlen von Schwanden scheinen hier Grundherren gewesen zu sein, auch der Kirchensatz gehörte ihnen; am 14.März 1258 vergabte ihn Ulrich von Schwanden an die Abtei Gottstatt (FRB II470-471) Der Bischof Johann von Lausanne bestätigte die Schenkung (FRB II 754). Andere scheinen aber auch noch Rechte an den Kirchensatz gehabt zu haben, Rudlof von Balm, seine Frau Judenta und ihre Neffen Gerung und Rudolf von Kempten. Sie fanden Hülfe beim Bischof von Lausanne, der sie 1279 im Besitze des Kirchensatzes schützte. Nur mussten sie und ihre Erben den Pfarrer jeweilen aus den Conventualen von Gottstatt vorschlagen (FRB III 268)

Gottstatt erhielt auch 1285 in einem Streit mit dem Rector der Kirche von Pieterlen den Zehnten zweier unterhalb der Kirche von Buttunberc gelegener Jucharten zugesprochen (FRB III 380) Jm gleichen Jahre 1285 wurde der Pfarrer von Montpoton von der Steuer des Kreuzzugszehnten freigesprochen (FRB III 392)

Noch bestand Streit zwischen den Schwanden und Balm; vermuthlich war Judentas von Kempten Mutter eine Schwanden; 1292 entsagte Diemut von Schwanden, Frau des Jakob von Büetigen, ihren Ansprüchen auf Güter zu Buttenberg zu Gunsten der Judenta von Balm und der Abtei St.Urban (FRB III 532,535, siehe auch Kopp, Geschichte der eidgenössischen Bünde II 1,396-397)

Gottstatt kaufte noch 1297 Güter zu Büttenberg von Peter von Mörigen und 1350 von Jakob von Durrach (FRB III 671, VII 489). Später, doch vor 1333 (FRB VI 69), erhielt die Abtei auch noch den Kirchensatz. Sie liess die Kirche durch einen ihrer Brüder versehen. Jn der Reformation wurde der Kirchensatz aufgehoben, die Ortschaft zu Gottstatt eingepfarrt. Der erste reformierte Pfarrer von Gottstatt war Beat Trächsel, der letzte Pfarrer von Büttenberg

Kurze Zeit hatten damals die Wiedertäufer in dieser Gegend ihr Wesen.

1453 waren nur mehr 14 Feuerstellen dort. Seither sind Kirche und Dorf verschwunden, die Bartholomähhöfe sind als die letzten Häuser davon noch vorhanden. (Anzeiger für schweizerische Geschcihte und Alterthumskunde 1856 s.29)

Die Gegend gehörte zur Vogtei Gottstatt und kam 1803 mit deren Gebiet zum Amte Nidau. Auf dem Büttenberg war die Grenze Berns und des Bisthums Basel. Noch steht ein Markstein mit dem eingehauenen Krummstabswappen der Bischöfe von Basel. Auf der Höhe stand auch das Schlösslein Windegg (Durheim I 170, II 371) das seiner Zeit dem Notar Johannes Zehender (1699-1750) gehörte.

Ein Walther ab Büttenberg wird als Zeuge 1324 genannt (FRB V 439)

Dem heiligen  Bartholomäus waren in der Schweiz noch geweiht die Kirchen S.Barthélemy bei Echallens in der Waadt und S.Bartolommeo im Val Verzasca bei Locarno.