Bürglen
Burgulione, Burgulon 1216, Burgvilun 1228, Bürgelon 1247, Burgullyon 1270, Burguillon 1453
Es gibt Ortschaften dieses Namens in den Kantonen Bern, Uri und Thurgau. Unser Bürglen liegt am Aarekanal zwischen Nidau und Gottstatt, eine kleine Stunde von Nidau entfernt, in der Einwohnergemeinde Aegerten, Amtsbezirk Nidau. Aegerten und Bürglen haben in 59 Häusern 445 Einwohner. Die Kirchgemeinde Bürglen besteht aus den Gemeinden Aegerten, Brügg, Jens, Merzligen, Schwadernau, Studen, Worben und hat 3353 Einwohner.
Bereits im 9. Jahrhundert bestand der Ort. Kaiser Ludwig, Karls des Grossen Sohn, schenkte laut einem Cartular von Lausanne 817 der Kirche der heil. Maria in Lausanne den Fischfang in der Zihl im Orete Burgulione (FRB I.226)
1228 steht sein Name Burgvilun im Cartular von Lausanne unter den Pfarreien des Dekanats Solothurn (FRB II 89)
Das Patronatsrecht gehörte den Grafen von Neuenburg. Graf Rudolf I von Neuenburg-Nidau besass es als ein Lehen des Bischofs von Lausanne, er schenkte es nebst jenem von Kappelen den Prämonstratensern zur Gründung der Abtei Gottstatt 1247 oder 1248. (FRB II 285) Die Schenkung wurde 1255 vom Grafen wiederholt und 1270 als vom Bischof von Lausanne bestätigt erklärt. FRB II 408,754)
Der Pfarrer von Bürglen musste 1285 eine Steuer für den Kreuzzugszehnten im Betrage von 12 Solidi entrichten. (FRB III. 392) Ein Conventuale von Gottsatt versah den Gottesdienst in Bürglen. Die Kirche hatte 1453 einen Ertrag von 60 Bern Pfund (Visitationsbericht von 1453 im Archiv des historischen Vereins I 298, 299,365)
Zu Bürglen war Nidau bis 1482 pfarrgenössisch, erst damals wurde es eine eigene Pfarre. Der Kirchensatz kam in der Reformation mit Gottstatt an den Staat.
Das Erdbeben vom 20.Mai 1621 erschütterte den Kirchthurm, er fiel am 31.Juli; den Glocken geschah nach dem Pfarrbericht nichts. Aber die jetzt dort befindlichen sind alle neueren Datums (Rüscheler 21)
Die gothischen Fenster der Kirche haben schönes Masswerk. Eine Abbildung von Kirche und Pfarrhaus findet sich in Weibels: Pfarrhäuser des Kantons Bern(1824)