Büetigen

Bueting 1257, Butingen 1261, Buthingen

Dorf und Einwohnergemeinde von 421 Einwohnern in 66 Häusern, in der Kirchgemeinde Diessbach, Amtsbezirk Büren, von Bern über Schüpfen 5, über Aarberg und Lyss 6 Stunden entfernt, zwischen Diessbach und dem alten Aarebett in Ost und West und zwischen Dotzigen und Busswyl in Nord und Süd.

Ein adeliges Geschlecht trug den Namen des Dorfes, wo es auch sehr begütert war. Jakob von Büetigen, ein kyburgischer Ministeriale, der später die Ritterwürde besass, erscheint in Urkunden von 1252 bis 1292. Er verkaufte an Frienisberg 1261 vier Schupposen zu Büetigen, 1274 sieben ein halb Schupposen, 1277 den Wald zu Büetigen, den er von Kyburg zu Lehen trägt, nebst den Hölzern Bühl, Altholz, Kolchenthal und Rothlaub (FRB II.530, III-73, 193), an St.Urban 1270 eine Hube seines Eigengutes zu Büetigen, die St.Urban 1280 um 50 Pfund an Frienisberg verkaufte. (FRB II.736, III. 291).Ausserdem besass er Güter in Röthenbach bei Herzogenbuchsee (FRB III.186) ; den Ansprüchen jener zu Safneren und auf dem Büttenberg musste er entsagen. (FRB III.413, 532, 535). Seine Gemahlin war Diamut von Schwanden, von der er drei Söhne hatte, Kuno, Heinrich und Johann, die1270 noch minderjährig waren. Ein Nikolaus erscheint noch 1261. Weiter ist von dem Geschlechte nichts bekannt.

Einigen Besitz hatten die Kyburg um 1262 im Orte; sie bezogen von da 6 Solidi und 230 Eier.(FRB II.539). Nach dem kyburgischen Zinsrodel gehörte Büetingen zu ihrem Bezirke Oltingen. Auch im Rodel der bubenbergischen Mannlehen von 1300-1310 ist Büetigen durch eine Hube vertreten, die Ruf und Jakob von Büren zu Lehen tragen. (FRB IV,449). Ein Meyer des Dorfes, Heinrich erscheint 1326 (FRB V.527)

1313 schenkte Niklaus von Aarberg, Burger zu Bern, der Abtei Frienisberg den Acker in der Durri zu Büetigen, den Werner Reber von Dotzigen bebaut und eine Wiese daneben und nahm sie als Leibgeding wieder. (FRB IV. 545) Eine genaue Aufzählung frienisbergischer Güter zu Büetigen sindet sich in einem Revers, den die Junker von Oltingen der Abtei über dortige Einkünfte ausstellten, welche die Abtei zur Losung des von jenen gefangen genommenen Werner von der Neuenstadt, Kirchherrn zu Rennendorf ihnen verpfändet hatte. (FRB V. 737-740) Als Bern 1379 Aarberg erworben, fehlte ihm eine Verbindung mit demselben, indem das frienisbergische Gebiet dazwischen lag. Da kamen ihm der Abtei unleidlich grosse Geldschulden zu statten: am 14.Februar 1380 verkaufte sie der Stadt die weltlichen Gerichte vieler Dörfer, darunter auch Büetigen, nachdem sie dieselben schon 1365 an den bernischen Vogt zu Aarberg übertragen hatte. (Blösch 33,35)

Als Frienisberg in der Reformation in ein Amt umgewandelt worden, wurde es in vier Gerichte getheilt, deren eines Büetigen ( mit den Höfen Janzenhaus und Scheunenberg) war.

Bis 1798 gehörte Büetigen zu dem Amte Frienisberg: in der Helvetik wardes dem Districte Büren zugetheilt, bei dem es verblieben ist.

Auch die Klöster Gottstatt und Frauenkappelen hatten einigen Besitz in Büetigen. (FRB VI.69 – Stettler, Regesten von Frauenkappelen Nr.72)

Etymologisch

büetige  Butingen 1250-1256 (Kopie um 1420) Jacobus de Butthingen servus et ministerialis 1252, Jacobus de Buthingen 1255, Ja. Dictus Bueting 1257, quatuor schoposas sitas in Butingen 1261, dominus Ja. De Butingen 1269 usw.

Primärer alemannischer SN auf -ingen mit dem eingliedrigen ahd. PN Bodo (älter), Buato (jünger) als Besitzernamen. Dieser PN gehört zum PN _Stamm *böd- <*baud- <Gebieter> und ist oft belegt (Förstemann I, 319 ff;Kaufmann, Ergänzungsband, 65f.) Ähnliche SNN sind im deutschen Sprachraum sehr häufig. Förstemann (II/I, 496ff.) stellt dazu Langenbeutingen, Bietingen, Bittens, Bittingen, Pöding, Bottingen, Böttingen, Budingen, Büdingen, Putting. Alle diese Namen bedeuteten ursprünglich etwa < bei der Sippe des Bodo o.ä.> a, allenfalls auch < bei der Sippe der Boda> eine Form des PN findet sich ausserdem in den Schweizer SNN Bottens VD, Bottenwil AG, Bottighofen TG, Böttstein AG, Buckten BL, Bütikofen BE (s.d. ) Büttigen SG, Buttikon SZ, Büttikon AG, Büttligen LU, Buttwil AG, LU (Boesch Gruppenbildung 264)