Baggwyl

Bacuilere um 1180, Bacwiler 1243, Bagenwile 1271, Baschwile 1278, Bacwile 1318

Dörfchen von 37 Häusern mit 234 Einwohner- und Kirchgemeinde Seedorf, Amtsbezirk Aarberg. Es liegt an der Bern-Aarbergstrasse zwischen Frienisberg und Seedorf. Die Entfernung beträgt von Aarberg  ¾, von Seedorf 1/4 , von Frienisberg ¾  und von Bern 3 ¾ Stunden.

Baggwyl wird zuerst um 1180 in der Bestätigungsurkunde Frienisberg durch Adelheid Ubelhards von Sogern Gemählin erwähnt. (FRB I 453)

Frühe muss Baggwyl in Frienisbergischen Besitz gelangt sein, wenn auch die Verkaufsurkunde des Grafen Rudolf von Thierstein von 1267 nicht ächt ist. Wahrscheinlich besassen die Thierstein die Gegend als Erben des Grafen von Sogern (FRB II 693). Die Güter der Herren von Aarberg zu Baggwyl erlangte Frienisberg 1278 durch Tausch (FRB III 234)

Noch kurz vor der Reformation erwarb Frienisberg Land in Baggwyl, 1507 von Ulrich Löffel, Müller zu Baggwyl und 1524 – vier Jahre vor der Säcularisation !

Laut Urbar von 1528 hatten Claus Rott, Rudi und Conrad Roto, Rudi Ottis, Ludwig und Bendicht Lobsinger, Hans Silberisen und Bendicht Hofer der Müller, des Klosters Bauern zu Baggwyl, zu liefern: 3 Pfund Geld, 30 Mütt Roggen, 3 Mütt Dinkel, 30 Mütt Haber, 7 Mütt Mühlkorn, 2 Pfund Wymänni, 16 Hühner, 29 Hähne, 310 Eier. Der Müller zu Baggwyl hatte noch 3 Pfund Wachs zu liefern. Der Wachszehnten belief sich auf 1 Pfund. Auch ein Heu- und Strohzehnten wurde abgeliefert, Der Kornzehnten wurde 1528 um 40 Mütt ausgeliehen. (frieden, das Kloster Frienisberg S. 71,72,101 ff.) Die Gerichte zu Baggwyl hatte das Kloster bereits 1380 an Bern verkauft, von dem sie durch den Vogt zu Aarberg verwaltet wurden. Nach der Aufhebung des Klosters aber verblieb Baggwyl bei dem Amte Frienisberg bis 1798; nach der Helvetik, während welcher es zum Distrikte Landgericht Zollikofen gehört, wurde es mit Frienisberg dem Amt Aarberg einverleibt.

 Von einem Geschlechte von Baggwyl werden erwähnt Hugo und sein Bruder Radulf 1180, Ulrich 1243, Johann 1271 (FRB I c)

1840 kaufte Herr Oberförster von Greyerz ein Gut zu Baggwyl.

Etymologisch

Bakwiu, Burchardus de Sedorf, necnon de Bacuilere 1173-1180, de predio nostro apud Wackenwilere sito 1238, Uolricus de Bacwiler 1243, Johannes de Bagenwile 1271, in villa Bachwile, predictorum bonorum de Bachwile 1278, aput viam, qua itur de Bacwile, in Lobsingen 1318, Johans Suburger von Baggwil 1365, daz dorff ze Bagwilr 1380, Bagwil, Baggwil 1389-1460, Baggwil 1442-1469, bagwil 1469, Backenwyl 1479-1563, Baggwyl 1838 in Seedorf I

Bakwiugrabe (Weiler) Baggwyl Graben (zertsreute Häuser) 1838 Seedorf I

Das BW dieses Siedlungsnamens ist der ahd PN Bago, bzw. die expressiv geminirte Namensform Baggo (s.Bag-). Zum GW – will (ausführlich dazu s.Wil) vgl. das Suffixglossar