Alfermee

Alphermme 1276, Alferme 1325 und 1343, Alphrame 1353, Alframe 1410, Alfermer, Alformey

Dörfchen am nördlichen Ufer des Bielersees zwischen Tüscherz und Vingelz, in der Pfarre Twann, Amtsbezirk Nidau, 1 Stude von Nidau und Twann, 7 ½ Stunden von Bern entfernt.

Alfermee hat in 18 Häusern 96 Einwohner; mit Tüscherz bildet es eine Einwohnergemeinde (in 52 Häusern  326 Einwohner)

Leu spricht vom guten Wein, der da wachse, wird aber von Holzhalb bericghtigt: «Der Wein, so da wächst, hat seiner Rauchigkeit wegen nicht eben nöthig, unter die guten gerechnet zu werden».

Schon frühe gehörten die beiden Dörfchen zur Pfarre Sutz und Herrschaft Nidau; als 1879 die Pfarre Sutz aufgehoben wurde, kamen sie zur Pfarre Twann. Mit Nidau kamen sie am Ende des 14.Jahrhunderts an Bern und gehörten zum Stadtgericht der Landvogtei Nidau.

Einen Weinberg zu Alfermee, genannt Clos (Chloz) gab 1276 Herr Heinrich von Jegistorf seiner Gemahlin Elisabeth, des Landgrafen Heinrich von Buchegg Schwester, als Leibgeding (FRB III 182, Geschichtsforscher XI 131)

Von Graf Rudolf III. von Neuenburg -Nidau trug der Edelknecht Johannes, genannt Eberhard von Biel, Reben in Alfermee zu Lehen; Graf Rudolf verfügte 1325, dass sie nach des Lehnsmanns Tode an die Abtei Gottstatt fallen sollten (FRB V 474)Diese bezog auch Zehnten aus Alfermee und Convalat (Pagan 134)

Frau Margareth von Hülfingen und ihre Tochter Johanna, Gemahlin Johanns von Sumiswald (wird genannt 1316-1348), vergabten zu ihrem und ihrer Vorfahren Seelenheil einen Zins von 1 Saum Weissweins von dem Rebstück «Klos» - vielleicht dem oben erwähnten – zu Alfermee an Fraubrunnen. Dasselbe lag zwischen den Reben der Freien von Signau und des Klosters Gottstatt (Amiet Reg. Von Fraubrunnen R. 680)

Heinrich und Johannes von Jfenthal, Edelknechte, verkauften 1353 ihre Reben zu Alfermee an Gottstatt (FRB VII. 688)

Greda Jmers, Wittwe Hemmans Nefen von Alfermee, verkaufte 1410 an Fraubrunnen einen Weinzins von dem Rebstück Slagzun zu Alfermee. Dieses befand sich neben dem Gute von Junker Walthers von Erlach Wittwe Elisabeth von Wichtrach und Kindern (Amiet, Regesten von Fraubrunnen R.352). Anton, eines derselben, testirte 1443 zu Gunsten Ulrichs von Erlach (Genealogie von Erlach S.80)

Ulrich von Erlach war 1456 (?Reb-)besitzer zu Alfermee 1456 (Kloster-Zinsbuch von 1466, im Archiv des Jnselspitals von Bern S. 644)

Ein Johann von Alfermee, Schwiegersohn des Bielburgers Heinrich Büchi, wird 1343 genannt (FRB VI. 775)

Auch Bern besass bei Alfermee viele Reben; 1801 wurden sie von der helvetischen Regierung verkauft.

Etymologisch

Auferme,alfferme, helfferme (Weiler am Bielersee)
Aphrame 1235, villa Alframe um 1250, Alpherme 1274, vineam dictam, den chloz> de Alpherme 1276, vinaes sitas in territorio ville Alferme 1325, villa Alframe 1325, Johannes de Alframe 1343, bi Alferme ze Schunon 1347, de Alphrame 1353, Alferme 1357, ze Alframe 1368, ein rebe ze Alfrome 1370, ze Alferme 1376, Schedi von Alfreme 1381, ze Alframe 1387, 1410, …. Halfferme und Alffermee 1510 ( in ders Urkunde) Halfferme 1556, Helferme 1567. In Tüscherz I

Jaccard 6 deutet den ON als «domaine d’Alfram, n.pr. germ»;s.Weigold 1948, S. 47,139