Aegerten

Egerdon 1347

Es gibt im Kanton Bern 4 Orte dieses Namens, eines im Siebenthal bei der Lenk, eines am Gurten (jetzt Gurtendorf), eines bei Wynau und das hier in Betracht fallende kleine Dorf in der Kirchgemeinde Bürglen, Amtsbezirk Nidau, am rechten Ufer des Zihlkanals, Brügg gegenüber, 6 ½ Stunden von Bern und ¾ Stunden von Nidau entfernt. Dorf und Gemeinde von Aegerten, zu welcher auch Bürglen gehört, haben in 59 Häusern 445 Einwohner.

Bei Aegerten sind viele römische Münzen und Ziegel aus der Zeit des Kaisers Augustus gefunden worden. (G. De Bonstetten, Carte Archèéologique du Canton de Berne, Texte p.1)

Im Späten Mittelalter kaufte das Kloster Gottstatt hier mehrfach Güter, 1347 von den Brüdern Konrad und Johannes von Mörigen, 1350 von Werner Trimstein, 1347 und 1353 von den Brüdern von Jffenthal. (FRB VII. 263,269,513,687.) Auch die von der Flue waren hier begütert.

Unter den Gütern und Rechten, die Ulrich von Sutz, Burger von Bern, 1335 dem Grafen Rudolf von Neuenburg-Nidau verkaufte und die zum alten Jselgau gehörten, werden auch solche zu Aegerten genannt. (FRB VI. 188)

Aus Aegerten gebürtig ist Johann Jakob Albert Heuer, Sohn des Waisenvaters von Burgdorf, geboren den 30.Dezember 1842, ordiniert 15.August 1867, Pfarrer in Büren 26.November 1868, in Burgdorf im März 1869, erster Pfarrer daselbst 1878, Redaktor der Sonntagsblätter 1879, gestorben in Burgdorf den 19.Dezember 1880. Er verfasste eine “Schulgeschichte von Burgdorf, Beitrag zur Geschichte des schweizerischen Schulwesens”, Burgdorf bei Langlois 1874. (Berner Volksfreund vom 29.Dezember 1880. Bern. Taschenbuch 1882, s.295. F.Fiala, schweiz. Todtenklender 1880.s.11)

Burgergeschlechter von Aegerten:

Berger, Hemmann, Heuer, Kocher, Nikles, Simmen. (Rämy 314)

Etymologisch u.a. Gatschet 1867:
häufiger Flurname; urkundlich Egerdon, Egerdun 1255, von Mittelhochdeutsch ëgerde, am Brachfelde, bald Acker, bald Wiese, wird hergeleitet vor allem – gi – erida. Nicht (mehr) gepflügtes Land, oder von agartia,agèrte, ungehegtes Land. Auch diu egerde, ist ein in deutschen Kantonen häufiger Feldername bezeichnet eine ehemals gepflügte Feldfläche, die später zu Gras oder Holzwuchs benutzt wurde oder ganz öde liegen geblieben ist. Aegerten ist u.a. Name eines Burgstalls auf dem Gurten bei Bern (de Egerdon miles bei Zeerleder) Durch die jahrhundertelange dauernde Überschwemmung der Aare/Zihl in dem Gebiete aufgegebene Landflächen nicht verwunderlich.