Aarberg

Aarberg, Harberch, 1236 Arberc, 1267 opidum de Arberch aus Historisches Lexikon

Städtchen und Amtssitz an der Aare, von Bern 4, von Nydau 2 ¼ Stunden entfernt. Das Städtchen hat in 51 Häusern 520 Einwohner. Die Gemeinde Aarberg (Städtchen mit den Vorstädtern Zelgli, Mühlethal, Grafenmööser, Bergmatt, Thiergarten, Spins und Rebmatt) in 128 Häusern 1228, der Amtsbezirk 16788 Einwohner.

Zum Amtsbezirk gehören die 12 Gemeinden Aarberg, Bargen, Gross-Affoltern, Kallnach, Niederried, Kappelen, Schüpfen und Seedorf. Der Amtsbezirk Aarberg grenzt an die Amtsbezirke Erlach, Nidau, Büren, Bucheggberg (solothurnisch), Fraubrunnen, Bern, Laupen und Murten (freiburgisch).

Links von der Bern-Aarbergstrasse, nur ¼ Stunde von Aarberg entfernt, bei dem „Thiergarten“, ist ein künstlicher Erdhügel, der den Namen Burg trägt. 1770 war noch ein Thurm zu sehen. Die Anlage ist wohl keltisch, der Thurm wird einer späteren Zeit entstammt sein.

Die Jnsel, auf der  später Aarberg stand, soll eine Befestigungsanlage des Herzogs Ernst von Schwaben gewesen sein, der einen Seitenarm für die Aare graben liess. Diese Ansicht, welche G.Walther in seiner Geschichte des bernischen Stadtrechts (1794) Seite 98 – 99 theilt, ist wohl irrig.

Wir wissen von der Gegend, dass sie um die Wende des 1.Jahrtausends zur Grafschaft Bargen gehörte, die später unter den Grafen von Neuenburg stand.

 Graf Ulrich IV. Sohn Ulrichs III., ist der Gründer wie von Nidau so von Aarberg. Letzters stattete er mit den Rechten und Freiheiten von Freiburg im Uechtland aus. Die Gründung erfolgte um das Jahr 1220.

Seit 1831 ist Aarberg der Sitz des Regierungsstatthalters.

Das Städtchen liegt grösstentheils auf einer Jnsel der alten Aare und hat eine einzigge platzartige Strasse. Das alte Grafenschloss stand vermuthlich an der Stelle der Kirche, neben der das neue Schloss steht.

Von Feuersbrünsten wurde Aarberg heimgesucht 1419, 1477, 1656.

Bekannt ist das alte Wirthshaus zur Krone

1507 bewilligte die Regierung zwei Jahrmärkte, an St. Valentinstag und 8 Tage vor Martini.

1566, aals die Aare hochging, wurde die Brücke fortgerissen. Jm nächstfolgenden Jahre baute man sie neu.

1653, als die Bauern gegen Bern zogen, liess Leuenberger Gümminen besetzen und Aarberg belagern, um die Ankunft welscher Hülfe für Bern zu verhindern. Jn Gümminen streute aber der Vogt von Laupen, Johann Jakob Durheim, das Gerücht aus, Leuenberger sei katholisch geworden. Die entsetzten Landleute zerstreuten sich und auch die Belagerer von Aarberg lösten sich auf solche Kunde auf.

Jn den letzten Tagen des alten Bern war Aarberg vom 24.Februar bis zum 2.März 1798 Hauptquartier des Generals von Erlach. Am 3.März fand da ein kleines Gefecht statt, in dem die „romanische“ oder „treue Legion“ des Waadtländers Ferdinand von Roverea französische Husaren besiegte. Die Vertheidigungslinie Aarberg-Grauholz war in Folge der verschiedenen Befehle unhaltbar geworden. Jn Aarberg und Umgebung befanden sich am 4.März noch 3 – 4000 Mann. Das Gefecht von St.Niklaus entschied ihr Schicksal , sie mussten sich zurückziehen.

Es gab ein Geschlecht von Aarberg. Davon werden erwähnt U.1239, Heinrich 1270, Kuno 1282, Humbrecht 1290. Es war in Bern niedergelassen: Niklaus und H. sind im sogenannten Badstuberbrief unter den 200 bernischen Burgern erwähnt, die 1295 Schultheiss, Räthen und Gemeinde schwören, der Stadt Wohl zu fördern. (FRB III. 603-605) Ferner sind bekannt Petrus 1300, Heinrich 1298 und 1308; Niklaus 1301, Jakob 1302, Conrad 1303. Nicolaus von Aarberg, Burger von Bern, schenkte am 19.Juni 1313 dem Kloster Frienisberg einen Acker und eine Wiese zu Büetigen und empfing sie als Leibgeding wieder zurück. (FRB IV. 545) Johann von Aarberg war 1343 Pfarrherr in Bürglen und Canonicus der Kirche zu Gottstatt (FRB VI. 704)

Von Alterthümern ist im Städtchen fast nichts mehr zu sehen. Ein einziger frühe schon veränderter Thurm ist der Rest der Befestigungen. Sehenswert ist die hölzerne gedeckte Brücke, die 1568 erbaut und 1786 ausgebessert wurde, ein Prachtwerk der Baumeisterei. Sie ruht auf steinernen Pfeilern, die verstärkende Auslader haben, deren Enden vielfach zu Menschenköpfen oft ganz romanischen Styles ausgemeisselt sind.

Jn der Kirche zu Kerzers befindet sich ein Glasgemälde von 1515, das einen Bannerherrn darstellt, der in der Rechten das Wappen der Stadt Aarberg emporhält.

Etymologisch

Arberg de Arberg um 1225, apud Arberch 1235, apud Arberc 1236,1239,1242, Arberch 1247 oder 1248, de Arberc 1249, Alberc, Arberch, Arberc, Arberch 1251, Arberch 1253, und sehr viele ähnliche kaum abweichende Schreibweisen, 1266 Arberg, de Arberg 1271, Girard Darberg 1333, ze aarberg 1409, uf dem arbergveld 1532

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