Gaicht / Jugy b Twann
Mundart: gęixt
urkundlicher Beleg: 1338 Goiach (FRB VI 432 - Fontes Rerum Bernensium)
1370 (FRB IX 239)
Etymologie – Herkunft: galloromanisch *Gavidiâcum – P.Aebischer s.33
Die Entwicklung des deutschen Namens aus dem galloromanischen *Gavidiâcum könnte folgendermassen skizziert werden: im lateinisch-romanischen wurde *Gavidiâcum > *Gaudiâcum, das im Spätlateinisch zu *Godiâcum. Auf dieser Lautstufe übernahmenn die alemannischen Siedler den Namen Goiach. Danach trat Umlaut zu Göiach ein, schliesslich die fürs Bielerseegebiet charakteristisch gewesene Entrundung: Geiach, das zu Geich zusammengezogen wurde. Schliesslich trat (wie in Küssnacht und Rüfenacht) ein unorganisches –t an zu Geicht.
Ts geixt (Weiler), pro vinea que sita est apud Tuanno ac scoposa Gojacho 1274, vineas dominorum de Tuwanna, quas colit Cuno de Gojach 1311, ze Gôiach 1338, ze Goyach ein matta, …. Ein holtz ze Goyach ca. 1370, gelegen zu geigach, von geÿach, ze geÿak (?) 15. Jahrhundert, der Hof zu Geyach 1529, Gäich 1563, Gryach vel Geichen 1577, Geicht „alte Benennung: Geichen, Greyach, Gryach“ 1845
Geixberg (Wa, I. Twann; geixböda (Wa.,Pflanzland) I Tüscherz
Gallorömisch -äcum-Bildung *Gavidiacum (zum Personen Namen Gavidus) >* Gaudiacum (vgl. Aebischer ZONF 3 1927 s.33)
Lasutliche Entwicklung über *Goiacum (mit altromanischem Schwund von intervokal. -d- und Monophtthongierung von au > ö) zu alemanisch Goiach (1274), mit Umlaut Göiach (1311), entrundet Geiach( 1529) kontrahiert zu Geich (1563) und mit anorganischem -t- abgeschlossen in heutigem Geicht (1849), ähnlich wie in Rüfenacht, Küssnacht. Frz. Namenform Jugy (Weigold 1948, 44f)