Gästler /Gestler
Der gestlet, gestler (dt . Name für Juragipfel Chasseral) Biel I Ipsach I; Gästleler, Gästler, Gäschler (ss; Friedli Ins, Twann) die almend von dem Geschler herab 1453 (Arch. Bourg, neuveville N 14) bisz an die hoche des bergs von Zasserallen genempt der Geschler 1535, Geschtler mons 1577, InsI ,Twann I und weiterhin im Berner Seeland.
Gestlerexxer (K.) Bargen I
D gestlere, die Gästlere(n) Friedli Ins, ij Juchart genempt Zer geschleren 1458 (Kopie 1531) ein Juchrten zu geschleren 1531, in der gestlerenn 1532 Bargen I; gegen gestlara um 1525 Finsterhennen I; genannt geschleren 1533, auf der Gästleren 1895 Ins I die geschleren matten 1531, in der gestlerenmatt 1532 Ins I; im gestlerewaud (Wa. Am Hang ) Wohlen III
Richtung: Bëttart(hat) gaszlerenhalb daran um 1525 Ins I, Hans Brunnen hat Gäszleren halb daran 1667 Lüscherz I
Ursprünglich wohl im Seeland allgemein der deutsche Name für den durchwegs Chasseral genannten Juragipfel. Wahrscheinlich eine vordeutsche Bildung lateinisch * castellare zu castellum „Burg“ (vgl Gastlosen u.ä.) Das Schwanken der Lautquaslitäten zwischen e und e ist seltsam. Geschler dürfte sekundäre Assimilationsform sein.
Die Form auf -ere(n): Gestlere(n) erweist sich alsmoviertes Feminum, zuerst wohl nur die Alp am Gestler bezeichnend, später aber auch für den ganzen Berg verewendet, wie es die im Seeland urkundlich häufigen Richtungsangaben gestlerenhalb d.h. <nordwärts, gegen den Chasseral gelegen> erweisen; (vgl: Friedli Bd. 4,272) „ Private Bergweiden ….. gibt es an der Gästlere(n)“ Schon 1606 sehen wir die Alp Gestler, den Geschler Berg oder kurz den Geschler besetzt … „
Die deutschsprachige Benennung Gestler ist heute fast unbekannt geworden. Noch vor dem 2.Weltkrieg war er bei ältern Leuten in Biel geläufig. Im letzten Jahrhundert findet er sich sogar in französischsprachigen Werken verzeichnet: 1845 Chasseral, Gestler (Liste alphabétique des villes ….. de la suisse, nommèes différemment en francais et en allemand, Berne 1845, p.10,25) die Bezeichnung Chasseral-Gestler, was das etymologische Verhältnis zwischen frz. Chasseral und dt. Gestler anbetrifft, so scheint kein Zusammenhang zu bestehen. Während die Alemannen den alten rom. Namen bewahrten, den sie bei ihrer Ankunft im 8. Jahrhundert übernommen hatten, ersetzten die einheimischen Bewohner diesen ursprünglichen- wie Wulf Müller, Boudry, in seinen Kongressvertrag vom 28.8.1975 „un toponyme jurassien de tradition bilingue: Chasseral/Gestler ausführte – im Laufe des Hochmittelalters durch Chasseral (1368 Schasseralez;FRB IX 106). Hierbei handelt es sich um eine feminine Ableitung von „chasse“ Jagd mittels der Suffixe (Lat) -ariu und – ella. Anscheinend hatte das Bergmassiv für die Bevölkerung eine grosse Bedeutung als Jagdgebiet gewonnen.