Wierezwyl
Wielartswilare 1241, Welartswile 1249, Wielartswilere 1256, Weratswile 1302, Weraszwil 1346, Werartzwile 1352
Dörfchen von 131 Einwohnern in 20 Häusern in der Einwohner- und Kirchgemeinde Rapperswyl, Amtsbezirk Aarberg, mit schönem Walde. Es liegt an der Kreuzung der Strassen Schwanden- Frauchwyl und Schüpfen-Rapperswyl, rechts von der Bern-Biel-Linie, ¼ Stunde von Rapperswyl, ½ von Schüpfen, 2 von Aarberg und 3 ½ von Bern entfernt.
Die Kirche von Rapperswyl hatte Besitz in Wierezwyl, den sie 1241 an das Kloster Frienisberg umtauschte. Eebnfalss durch Tausch erwarb das Lertztere 1249 von den kyburgischen Ministerialien Rudolf und Heinrich von Schüpfen deren Güter zu Wierezwyl und 1256 verzichteten die Ritter Ulrich und Otto von Roggliswyl, froburgische Ministerialien, auf ihre Güter im Bezirk von Wierezwyl zu Gunsten von Frienisberg. 1302 verzichteten Rudolf und Johannes von Grasfen-Affoltern auf ihre Ansprüche an Güter zu Wierezwyl, ebenso Rudolf und Kuno von Schüpfen 1346 auf das Jungholz bei dem Dorfe (FRB II. 220,314,422, IV. 111, VII. 162)
Zum dfrienisbergischen Hofe Wierezwyl gehörten 1352 die Waldungen von Wierezwyl und Schüpfen, zwischen dem Jungholz und der Hard bis an den Hüwenbühl und von da zum Lempenmoos (Frienisbergbuch I. 311 im bernischen Staatsarchiv)
Diese Wälder veranlassten mehrere Processe, die erst 1364 dahin entschieden wurden, dass die Wälder dem Kloster verblieben, die Bubenberg aber als Ansprecher eine Geldentschädigung erhielten (FRB VII. 628 , Frienisbergbuch I .316). Den Laienzehnten erwarb Frienisberg von Johannes von Büren 1344. Einen Hof und Zehnten des Dorfes verkaufte Frienisberg 1371 an Rudolf Seefried, Burger von Solothurn, hat sie aber wahrscheinlich wieder gelöst; denn im Urbar von 1528 finden sich folgende grosse Zinse des Dorfes verzeichnet: an Geld 1 Pfund, 8 Mäss Roggen, 27 Mütt Dinkel, 21 Mütt Haber, 2 Pfund 16 Schilling Weinzins, 14 Hühner, 28 Hähne und 280 Eier. Der Heuzehnten war damals auf 5 Pfund und der Kornzehnten auf 40 Mütt geschätzt. 1528 wurde Frienisberg ein bernisches Amt. Zu ihm gehörte Wierezwyl bis 1798, von da bis 1803 war es dem Districte Landgericht Zollikofen zugetheilt. 1803 kam es zum Amt Aarberg.
Burgergeschlechter: Burri, Junker, Räz, Schori, Suter, Zingg. Niklaus Räz diente seiner Heimathgfemeinde in verschiedenen Stellungen, wurde Armeninspektor, Regierungsstatthalter von Aarberg, bernischer Regierungsrath 1878-1893, als welcher er Director des Armenwesens war, zeitweise auch des Gemeindewesens, der Bauten, der Landwirthschaft und des Forstwesens.