Wengi
Wengen 1262, Wengi 1286, Wänge 1501
Pfarrdorf im Amtsbezirk Büren an der Strasse Bern-Münchenbuchsee-Rapperswyl-Schnottwyl-Büren, zwischen Rapperswyl und Schnottwyl, südlich von Bucheggberg und nördlich vom Wengi-Moos, durch das der Limbach fliesst. Die Entfernung beträgt von Rapperswyl ½ ,von Büren 1 ¾ und von Bern 3 ¾ Stunden. Das Dorf hat in 57 Häusern 337 Einwohner; mit Scheunenberg, Janzenhaus und Waltwyl bildet es eine Einwohner- und Kirchgemeinde ( in102 Häusern 615 Einwohner)
Das Gebiet südlich vom Bucheggberg war aus der zähringischen Erbschaft den Grafen von Kyburg zugefallen. 1262 verkaufte Elisabeth, des jüngern Grafen Hartmann Wittwe, unter vielen andern Gütern eine Schuppose zu Wengi an die Abtei Frienisberg (FRB II. 565,567,571). Helwig, Wittwe des Werner von Rheinfelden, Burgers zu Bern, schenkte ihrem Bruder, dem Ritter Ulrich Reich von Solothurn, verschiedene Grundstücke, worunter eine Schuppose zu Wengi (FRB IV.157) Frienisberg tauschte 1293 von Johann von Oltigen, Edelknecht, dessen Besitzungen zu Scheunenberg gegen Güter zu Wyler, Hermrigen und Bühl ein (FRB III. 562), verkaufte siwe 1379 an Rudolf Seefried, Burger von Solothurn, bezog aber noch später Zinse aus Scheunenberg, wie auch aus Wengi (Frieden, Kloster Frienisberg 66, 103, 107). Das Niedere Spital in Bern im Alt Eich in der Kirchhöre Wengi (FRB VII. 503). Die hohen Gerichte gehörten zu den Landgrafschaften, die Bwern 1406 erwarb. Das Land zwischen Aare und Emme unterhalb Bern bildete das Landgericht Zollikofen, an dessen Spüitze der Venner von Gerbern stand. So übte dieser die hohe Gerichtsbarkeit in der Twingherrschaft Wengi aus (Blösch, Grosse Festschrift S.50) Dieniedern Gerichte gehörten den Edlen von Wengi, darnach den Erlach. Rudolf und Anton von Erlach verkauften sie 1416 an Niklaus von Gysenstein. Später besass sie caspar Hetzel von Lindnach., der verdiente Venner, welcher von den Bauern getödtet wurde (Heimatkunde, Mittelland II. 142-14534, Artikel Lindach) Am 29.Januar 1501 hatte er Wengi um 100 Rheinische Gulden an Bern verkauft (Anshelm II. 341), das die Ortschaft dem Amte Büren einverleibte. Jn der Helvetik gehörte sie zu dem Districte Landgericht Zollikofen, von 1803 an aber wieder zum Amte Büren.
Der Kirchensatz soll den Ortsedlen gehört haben-. Lange war er im Besitz der von Erlach. Am 11.Juli 1551 schenkten ihn Anton von Erlach, Burger und des Raths zu Luzern und Loyse von Hertenstein, seine Gemahlin, an Rudolf Schnell, den Pfarrer zu Wengi (Bürenbuch III.300),der ihn bis 1572 behielt und dann der Regierung von Bern verkaufte. Die Pfarre ward nach der Reformation dem Nidaukapitel zugetheilt. 1521 brannte sie ab.
Geschlechter von Wengi: Bangerter, Berger, Haueter, Hänni, Roder. Eine geschliffene Glasscheibe von Durs Schluep, Meyer zu Wengi und seiner Frau Anna Berger aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts befindet sich im Besitze von Herrn Prtofessor Lotmar in Bern. Aus dem Dorfe stammt unzweifwelhaft das Geschlecht Wengi oder von Wengi, das sich in Solothurn einbürgerte und aus dem er bekannte Schultheiss Niklaus Wengi hervorging, der 1533 durch Muth und Aufopferung den Ausbruch des Religionskrieges in Solothurn verhinderte. Auf einer Brücke östlich vom Dorfe steht sein Bild in Eisenguss. Ein Peter von Wengi, vermuthlich aus demselben Geschlechte, war auch in Bern verburgert 1338, Johannes von Wengi war 1379 Schultheiss von Büren.