Vingelz
Französisch Vigneules (Wingelies 1181, Vinguolz 1289, Vingols 1310, Viniols 1339, Fingols 1470)
Dorf am nördlichen Ufer des Bielersees, in der Kirchgemeinde und Amtsbezirk Biel, ½ Stunde von Biel und 71/4 Stunden von Bern entfernt. Das Dorf hat 142 Einwohner in 20 Häusern. Vingelz, die Häuser du lac und das Kurhaus Magglingen bilden die Einwohnergemeinde Vingelz (265 Einwohner in 26 Häusern)
184 wurden zwei Einbäume dem See bei Vingelz enthoben. Der eine aus Eichenholz, 13 Meter lang, wohl der La Tène-Periode angehörig, befindet sich im Museum Schwab in Biel; der andere , aus Pappelholz, nicht ganz 6 Meter lang, zerfiel bei der Ausgrabung (F.v.Fellenberg und Bachmann, im Anz.f.schw.Alterthum 1874 II 556-561) Das Museum Schwab in Biel enthält römische Funde aus Vingelz.
Die Abtei Bellelay besass ein Allod zu Vingelz, das ihr zwischen 1148 und 1181 von einer Thunegunde zugekommen war. Von einem Rudolf Schilling und seiner Frau Helwig kaufte Gottstatt 1289 die Rebe „zen Winsellere“ zu Vingelz. Ein Weinberg, den Rudolf von Meisberg von Gottstatt als Erblehen hatte, ging von ihm 1310 durch Kauf an Fraubrunnen über. 1339 kaufte Gottstatt eine Rebe zu Vinggelz von einem Peter Buscher und seiner Frau Margareth (FRB I 416, III 473, IV 413, VI 472). Von der rebe Bebenacker hinter Vingelz hatte das Priorat auf der Jnsel einen Zins von 2 Schillingen zu beziehen 1357 (Stettler, Regesten des Priorats auf der Jnsel mitten im See, R 9)Auch St.Urban hatte hier ein Rebgut. Später besass Bern hier viele Reben, die 1801 als Nationaslgut verkauft wurden. Ebenso erging es mit den Reben und Fässern, die Biel ( Stadt und Spital) zu Vingelz hatte.
Vingelz lag im Gebiet der alten Kastvogtei von Biel, die sich vom Kalkofen von Lierz bis nach Bözingen erstreckte und ist immer bei Biel verblieben. Jm Badener Vertrag von 1610 werden als zu Biel gehörig noch besonders bezeichnet Leubringen, Bözingen, Vingelz und Mett.. So bildete der Ort einen Bestandtheil des unter bischöflich baslischer Hoheit stehenden Gemeinwesens von Biel.
Burgergeschlechter: Brandt, Matthys, Römer, Wannenmacher, Wendelin, Wyssseger. Von einem Geschlechte von Vingelz wird 1310 Rudolf, Vater Peters genannt (FRB IV 413)
Literatur: Blösch, Geschichte von Biel I 39, II 270, III 177,218, Rämy 193 Top. Karte 121
Etymologisch
1436 Vingnols.Der Name erklärt sich deutlich aus den dortigen Weinbergen (vignobles) welche das beste Gewächs dieser Gegend liefern
finelts(Quartier), aput Wingelies 1181, de vineis sitis in Vingols 1284, vineam sitam apud Vinguolz 1289, unsern rebgarten … gelegen in dem banne dez dorffs von Vingols 1310, in villa de Viniols 1339, in confinio ville de Vinels (Nach FRB VIII hierher) 1357, de vinea sita in Vingols 1365 (in Vindela 1365);ze Fingels 1439, Reben ze vingoltz 1464, von Vingels 1515, von vingelltz 1530.
finetsberg, im Fingelsberg, des Vingelbergs 1512, 1515
Vingelz/Vigneules < roman.* (ad) vineolas < bei den Weinbergen> Dim. Zu lat. Vinea <Weinberg> (Stadelmann, neues Berner Taschenbuch 1905, 241, Hubschmied, Weigold 42, Zinsli, Suffixlandschaft 591)
Zimmerli 1891
Der französische Name ist Vigneules. Das Dorf ist in Biel kirchgenössig; es zählt 55 Haushaltungen, worunter 2 welsche, die vor Kurzem eingewandert sind.
Der Name und romanische Flurbezeichnungen wie Tschameti, Gornemuse, Tschiffellene und Tschatener sprechen für romanische Gründung und Sesshaftigkeit.
Die Häuser sind hier, wie auf dem linken Ufer des Bielersees überhaupt, städtisch gebaut.
Urkundlich haben wir: Aput Wingelies 1181, Trouillet I, 286; vinea apud Vinguolz dicta «cem Misellere» 1289,FRB III, 473); das manlehen ze Fingols 1392, Trouillet IV, 555