Tüscherz
Französisch Daucher, Tusschiers um1230, Tuschers 1267, Tuchiers 1288, Tuschiers 1305, Thuscheyr 1322, Thuscher 1329, Tuscher 1338
Dörfchen am nördlichen Ufer des Bielersees zwischen Alfermee und Wingreis, in der Pfarre Twann, Amtsbezirk Nidau, 1 ¼ Stunden von Nidau und 7 ¼ von Bern entfernt. Tüscherz hat in 34 Häusern 230 Einwohner, die sich meist mit Rebbau beschäftigen; Tüscherz und Alfermee bilden eine Einwohnergemeinde (in 52 Häusern 326 Einwohner)
Seit Alters gehörten beide zur Pfarre Sutz; nach deren Aufhebung im Jahre 1879 wurden sie zu Twann eingepfarrt. Mit Sutz standen sie unter der Herrschaft Nidau und kaamen mit dieser am Ende des 14.Jahrhunderts an Bern; sie gehörten zum Stadtgericht der Landvogtei Nidau. Oestlich vom Dorfe, auf einem mit Reben bepflanzten Felsen am See, soll eine Kapelle gestanden haben.
Eine grosse Zahl geistlichwer Stifte besass Reben in Tüscherz. St.Johannsen hatte lehensleute auf drei Lehensgütern und Zehnten, die sie um 1230 gegen Zehnten zu Twann an die Kirche von Twann vertauschte. Die Abtei erhielt 1267 durch Vergabung des Ritters Berchtold von Biel dessen Allode zu Tüscherz. Dieser hatte kurz vorher einen Theil sseines Gutes an Frauenkappelen geschenkt (FRB II:66,683) Das Stift Zofingen verkaufte seinen Besitz in Tüscherz 1288 um 14 Mark Silbers an Fraubrunnen (FRB III.453) Fraubrunnen behielt seine Reben bis zur Reformation. Das 1534 aufgenommene Reburbar verzeichnet 11 Mannwerke, nicht ganz 1 ½ Jucharte. Später betrug es 16 Mannwerke mit dem Haus Egge (Amiet, Regesetn von Fraubrunnen S.176).Auch Gottstatt (89 Mannwerk mit dem „Hof“), besonders aber St.Urban waren hier begütert. St. Urban besass in der Umgegend mehr als 50 Grundstücke (163 Mannwerk), deren bedeutendstes Convalet war. Die luzernische Liquidationskommission veräusserte sie den 16. September 1848. Convalet ging 1849 an Herrn Albert Verdan-Wildermett über laut Fertigung vom 15.September und 23.Oktober 1849 (siehe das Art. Convalet) Bereits 1329 hatte St.Urban von Thomas von Tüscherz, Burger von Biel, einen Weinberg zu Tüscherz, den er vom Ritter Peter von Courtelary zu Lehen trug, gekauft (FRB V.708)
Als weitere besitzer sind zu nennen; dier Spitäler von Nidau (17Mannwerk) und Solothurn (18 Mannwerk mit dem Söckli). Ueber den Wald Fingolzberg, jetzt Tüscherzberg, den die Stadt Nidau und die Gemeinde Tüscherz-Alfermee gemeinschaftlich besassen, waren am 11.Januar 1539 und am 20.Januar 1601 Schiedssprüche gefällt worden; am 3.Oktober 1713 wurde er getheilt (Originalurkunde im Archiv Tüscherz) Das „Thüringergut“ hatte 75 Mannwerk.Christian Drühorn von Biel, Burger von Bern, brachte 15756 seiner GHemahlin Magdalena Tscharner Güter zu Sutz und Jpsach und Reben zu. Sie setzte uîhren Bruder David zum Erben ein. Später besass sie dessen Enkel Bernhard Tscharner (1612 - 1695) Landvogt zu Lausanne und des Raths und darnach dessen Sohn Vincenz, Commandant von Aarburg (General Tscharner Mss) 1601 erscheinen hier als Besitzer Alt Schultheissd Abraham von Graffenried, Venner Christian Willading und Rathsherr David Tscharner.
Staats- und Corporationseigenthum waren 378 Mannwerk(47 Jucharten), RStrassberg
Strazberg 1236, Strasberg 1319
Ruine auf dem „Schlossberg“, dem nördlichen Theile des Bürenbergs, an dessen Abhang im Norden Büren liegt. Schon in früher Zeit bestand hier eine Burg, wahrscheinlich der Sitz der Freien von Strassberg, von denen nur ein Ulrich bekannt ist 1181. E.v. Wattenwyl vermuthet, dass dieStrassberg dem Geschlechte von Grenchen angehört haben. Berits 1236 lag die Burg in Trümmern. Der Hügel gehörte damals der Abtei St.Johannsen (FRB I.468,470, II.164,165). Die in grosser Zahl gefundenen römischern Ziegel lassen vermuthen, dass die mittelalterliche Burg auf römischen Fundamenten erbaut worden ist. Das Gebiet, in dem sie lag, war ein Theil der neuenburgischen Grafschaft. Jn der Theilung erhielt Berchtold, Ulrichs IV. Sohn, Valendis, tauschte es aber 1246 oder1247 an seinen Bruder Ulrich gegen Strassbeerg, dessen Burghügel dieser zehn jahre zuvor von der Abtei St.Johannsen eingetauscht hatte (FRB II 164) Die nachkommen Berchtolds, die sich später Grafen von Strassberg nannten, lebten bis in die Mitte des 14.Jahrhunderts. Ihre Herrschaft umfasste das Land zwischen Aare und Jura von Stadtrüti bis Altreu nebst Büren und wenigem anderm am rechten Aarufer.
Von Berchtolds I. Söhnen erhielt Berchtold II . die Herrschaft Altreu und Heinrich die Herrschaft Strassberg 1279. Diese kam aber, da er geistlich war, wieder Berchtolds II. Söhnen zu. Rudolf kam nicht mehr in Betracht, da seine Heirath mit Adelheid von Jffenthal, die wohl adlig, aber nicht Dynastin war, ihn aus seinem Stande stiess. Mit den Habsburgern verwandt und befreundet, war Otto ihr Landvogt in Burgund. Er wollte dem Herzog Leopold, der in Schwyz einfiel 1315, vom Oberlande her zu Hülfe zieghen, wurde aber zurückgetrieben und zog sich auf der Flucht eine Verletzung zu, welcher er erlag.
1309 hatte er mit seinem Bruder Berchtold III. getheilt; Berchtold erhielt Strassberg. Ludwig leistete dabei Verzicht auf die seinen Brüdern zugefallenen Güter, scheint aber doch wiederum Berchtold geerbt zu haben (1316). Auch ihre Schwester Guta erbte ein Drittel; sie und ihr Gemahl, Markgraf Rudolf von baden, verkauften 1319 ein Drittel (Vielleicht jemes Drittel) dem Bischof Gerhard von basel und ihrem Onkel Ulrich von Pfirdt. Sonderbarwer Weise gehören zu diesem Theile die Burg Strassberg und die Stadt Büren ! Ulrich von Pfirdt trat bald darauf 1320 seinen Theil dem Bischof ab (FRB VI. 98, 173) So wurde Srassberg ein Lehen des Hochstiftes Basel.
Jn der Hand Rudolfsa IV. von Nidau, der 1375 umkam, war noch einmal die ganze deutschneuenburgische Grafschaft vereinigt. Nach ihm ging sie an seine Schwäger und deren Nachkommen über und am Ende des 14.Jahrhunderts wurde sie von den bernern und Sotlthurnern erobert.
Von der Herrschaft Strassberg kam, was rechts von der Aare lag, nebst Lengnau, Reiben und dem Kirchensatz von Grenchen 1393 an Bern (Pieterlen erst 1815).Bern bildete daraus eine neue Vogtei, deren ASmtmann seinen Sirtz in Büren hatte. Der Name der Burg und Herrschaft Strassberg wurde nicht mehr gebraucht,. Die Vogtei hiess aber später oft noch die Grafschaft.Privaten gehörten etwa 270 Mannwerk (34 Jucharten). Die Namen Steigersbüry und Fischerbüry deuten auf Besitz der Familien Steiger und Fischer. Das Solothurn-, as Thüringen-(Wirtschaft zum Schützen) und das Fraubrunnenhaus, am See ander jetzigen Landstrasse gelegen, brannten 1877 aab. Das Gottstatterhaus dagegen. „der Hof“ genannt, steht noch.
Von einem nicht adligen Geschlechte von Tüscherz sind bekannt der genannte Thomas mit seiner Frau Minna und seinen Kindern Niklaus und Metzina, sodann Buirkhard 1305, Heinrich, der 1316 eine Schuppose zu Jegiastorf von Rudolf von Erlachs Bruder czu Lehen trug und Petrus des Raths zu Biel (FRB IV.210,686. V.709,VBI. 26,33,392)
Burgergescghlechter von Tüscherz: Fahrer (ausgestorben) Hirt, Letscho, Matthyss, Römer, Rösselet, Rupp (Ausgestorben) Strasser, Tschantre.
Zimmerli 1891
Frz. Daucher, mit 51 Haushaltungen, ist ganz deutsch: es gehört zur Pfarrgemeinde Twann, war aber früher mit Alferme in Sutz (auf der rechten Seite des Sees) kirchgenössig.es gibt hier drei Grundstücke mit romanischer Bezeichnung: Chlos, Fultscheme und Guffalet (frz. Convalet).
Die ältesten Geschlechter sind Hirt und Tschäntä.
Belege: villa de Tuschers 1267,FRB II, 683 ;Tuschiers in valle Nugrols 1288, ibid III, 453
Der Annex Alferme mit 21 Haushaltungen ist ebenfalls eutsch. Von alten romanischen Flurnamen existieren noch: Chlös, Tschisel, Runtschi (Über den letztern Namen vgl. Ludwig Steub, zur Namens- und Landeskunde der deutschen Alpen, Nördlingen 1885, s.5).Der Weiler hat in der Gegend den Ruf besondern Alters; er soll einst mit Solothurn nächst benachbart gewesen sein.
1274 erscheint urkundlich: vinea dicta de me Chloz de Alpherme, quam colit Johannes der Man, Solothurner Wochenblatt 1822, s 77; 1325 villa Alframe,Trouillet III, 722)