Strassberg

Strazberg 1236, Strasberg 1319

Ruine auf dem „Schlossberg“, dem nördlichen Theile des Bürenbergs, an dessen Abhang im Norden Büren liegt. Schon in früher Zeit bestand hier eine Burg, wahrscheinlich der Sitz der Freien von Strassberg, von denen nur ein Ulrich bekannt ist 1181. E.v. Wattenwyl vermuthet, dass die Strassberg dem Geschlechte von Grenchen angehört haben. Berits 1236 lag die Burg in Trümmern. Der Hügel gehörte damals der Abtei St.Johannsen (FRB I.468,470, II.164,165). Die in grosser Zahl gefundenen römischen Ziegel lassen vermuthen, dass die mittelalterliche Burg auf römischen Fundamenten erbaut worden ist. Das Gebiet, in dem sie lag, war ein Theil der neuenburgischen Grafschaft. Jn der Theilung erhielt Berchtold, Ulrichs IV. Sohn, Valendis, tauschte es aber 1246 oder1247 an seinen Bruder Ulrich gegen Strassberg, dessen Burghügel dieser zehn Jahre zuvor von der Abtei St.Johannsen eingetauscht hatte (FRB II 164) Die nachkommen Berchtolds, die sich später Grafen von Strassberg nannten, lebten bis in die Mitte des 14.Jahrhunderts. Ihre Herrschaft umfasste das Land zwischen Aare und Jura von Stadtrüti bis Altreu nebst Büren und wenigem andern am rechten Aarufer.

Von Berchtolds I. Söhnen erhielt Berchtold II . die Herrschaft Altreu und Heinrich die Herrschaft Strassberg 1279. Diese kam aber, da er geistlich war, wieder Berchtolds II. Söhnen zu. Rudolf kam nicht mehr in Betracht, da seine Heirath mit Adelheid von Jffenthal, die wohl adlig, aber nicht Dynastin war, ihn aus seinem Stande stiess. Mit den Habsburgern verwandt und befreundet, war Otto ihr Landvogt in Burgund. Er wollte dem Herzog Leopold, der in Schwyz einfiel 1315, vom Oberlande her zu Hülfe zieghen, wurde aber zurückgetrieben und zog sich auf der Flucht eine Verletzung zu, welcher er erlag.

1309 hatte er mit seinem Bruder Berchtold III. getheilt; Berchtold erhielt Strassberg. Ludwig leistete dabei Verzicht auf die seinen Brüdern zugefallenen Güter, scheint aber doch wiederum Berchtold geerbt zu haben (1316). Auch ihre Schwester Guta erbte ein Drittel; sie und ihr Gemahl, Markgraf Rudolf von baden, verkauften 1319 ein Drittel (Vielleicht jenes Drittel) dem Bischof Gerhard von Basel und ihrem Onkel Ulrich von Pfirdt. Sonderbarer Weise gehören zu diesem Theile die Burg Strassberg und die Stadt Büren ! Ulrich von Pfirdt trat bald darauf 1320 seinen Theil dem Bischof ab (FRB VI. 98, 173) So wurde Srassberg ein Lehen des Hochstiftes Basel.

Jn der Hand Rudolfsa IV. von Nidau, der 1375 umkam, war noch einmal die ganze deutschneuenburgische Grafschaft vereinigt. Nach ihm ging sie an seine Schwäger und deren Nachkommen über und am Ende des 14.Jahrhunderts wurde sie von den Bernern und Solothurnern erobert.

Von der Herrschaft Strassberg kam, was rechts von der Aare lag, nebst Lengnau, Reiben und dem Kirchensatz von Grenchen 1393 an Bern (Pieterlen erst 1815).Bern bildete daraus eine neue Vogtei, deren Amtmann seinen Sitz in Büren hatte. Der Name der Burg und Herrschaft Strassberg wurde nicht mehr gebraucht,. Die Vogtei hiess aber später oft noch die Grafschaft.