Spins
Spins 1283, Spinz 1334, Spintz 1343, Speiss
Nicht zu verwechseln mit Spinz, französisch Ependes im feiburgischen Saanebezirk, (Ependes heisst auch ein Dorf bei Jserten in der Waadt)
Dörfchen in der Einwohner- und Kirchgemeinde und Amtsbezirk Aarberg. Es liegt linke vom Wege, der von Aarberg über Wyler nach Kosthofen führt, eine kleine halbe Stunde von Aasrberg und 4 ½ Stunden von Bern entfernt. Spins und das nahe Rebmatt zusammen haben in 15 Häusern 83 Einwohner.
Den Namen von Spins trug ein ritterliches Geschlecht, Ministerialien der Grafen von Aarberg, als dessen erster Jakob, Junker, 1283, genannt wierd, der damals seine Rechte und Ansprüche auf ein Lehen Rochten im Thael von Nuggerol an Frienisberg abtrat (FRB III.350)
Graf Peter von Aarberg, der bekannte Feind der Berner, verlieh 1327 den Edelknechten Rudolf und Johann von Spins, Jakobs Enkeln, seinen Hof auf dem Birrberg bei Aarberg, der Zollner Scheuer genannt, mit allen Gütern und Rechtren, die dazu gehören zwischen dem Wege von Aarberg nach Schüpfen und dem Brunnen von Nicodei bis an seine Reben und hernieder an die Ebene des Waldes von Aarberg (FRB V.588) Niklaus war 1390 Dekan zu St.Jmer, Chorherr zu Solothurn und Kirchherr zu Walperswyl. Rudolf war 1348 Schultheiss von Aarberg, Johann 1341 Schultheiss in Büren, 1369 in Burgdorf (aber nicht wie Leu sagt 1357 in Bern). Dessen Grossneffe Rudolf war Schultheiss zu Aarberg 1384. Jm 15.Jahrhundert erscheint noch ein Geistlicher, Heinrich von Spins , genannt Syfeler, Chorherr zu Neuenburg und Solothurn und Pfarrer zu Walperswyl vor 1454. Sonst sind keine Mitglieder seines Geschlechts mehr aus dieser Zeit bekannt. Allianzen schlossen sie mit den von Herten, Burgistein, Durrach, Bubenberg, Spiegelberg. Hartmann von Spins verkaufte 1361 an die Johanniter von Buchsee 3 Schupposen und die Mühle zu Dotzigen, die Güter an der Halden, die Mühle Breitenbrunnen, Haus und 3 Hofstätten zu Büren, eine Hofstatt zu Reiben und einen Acker zu Grenchen (Stettler Regesten d.Männerhauses Buchsee N.155)
Es gab auch ein freiburgisches Adelsgeschlecht Spins oder Ependes. Vielleicht ist es nach Aarberg verpflanzt worden und dürfen sich die erwähnten aarbergischen Edeln von ihm ableiten, um so mehr, als sie zeitlich genau einander folgen.
Es ist anzunehmen, dass Spins, welches von den Grafen von Aarberg abhing, mit deren Gebiet an Bern kam.
Etymologisch
Zu einer afrkpr./ afrz. Pluralform spinas <Dornen> d.h. ><Dorngestrüpp, zu lat. spina f. <Dorn(busch) (REW, 8150;FEW XII, 176 ff. ; vgl. auch Spinelz) Nach der Entlehnung ins Alem. Wurde die wenig betonte Zweitsilbe abgeschwächt (Spinas > Spines > Spins).Durch die Wirkung des Staubschen Gesetzes wurde daraus heutiges mda. Speiss (SDS II, 126 f; vgl. Speyss 1684 und vielleicht schon Spiss 1469-1540.
Spins hat Entsprechungen in Toponymen der Romandie, die mit regulärer frkpr./frz. Lautentwicklung zu Epines u.ä. wurden vgl. insbesondere die Gemeindenamen Ependes FR (dt. Spinz, 1142, 1148 d’Espindes) und Ependes VD (1154 de Spinles, 1172 Espines;Aebischer, Fribourg, 116: Bossrad/Chavan, Lieux-dits, 177; LSG 326f; Furrer, Glossarium ,45; Besse, Namenpaare, 123 f.)
In den ältesten Belegen für Spins wird vor allem das Ministerialengeschlecht von Spins genannt. Das HBLS (VI, 473) und das HLS (IV, 231 und XI 705) vermuten, das Geschlecht von Spins (belegt seit dem späten 13.Jh.) könnte ein Zweig der Familie d’Ependes aus Ependes FR (belegt im 12.Jh. und 13.Jh.) sein. Die Familie hätte demnach ihren Herkunftsnamen auf ihren neuen Wohnort Spins übertragen.