Schwanden

Suanda um 1180, Svanda 1228, Swandon 1250, Swanden 1336, Swando 1393

Orte dieses Namens gibt es in der Schweiz in den Kantonen Luzern, Uri, St.Gallen, Glarus, Appenzell und zwei im Kanton Bern, der eine bei Brienz, der andere im Seeland.

Dieser ist ein kleines Dorf in der Gemeinde Schüpfen, Amt Aarberg. Es liegt links der Bern-Biel-Strasse, am nördlichen Abhang des Schüpbergs zwischen Münchenbuchsee und Schüpfen, von diesem ½ und von Bern 2 ¾ Stunden entfernt. Es hat in 30 Häusern 234 Einwohner.

Auf dem Schwandenberg,im Bärenriedwald, wo eine Oertlichkeit noch den Namen „auf der Burg“ trägt, stand eine grosse keltische Burg (F.Keller, helvetischischer Denkmäler I. in den Mittheilungen der Antiquariscshen Geschichte in Zürich XVI. s.78 und G. de Bonstetten, Carte arch. P. 33).

Von dem alten Erbe der Zähringer bezogen die Kyburger um 1260 aus Schwanden „im Bezirke Oltigen“ noch ansehnliche Zinse (FRB II.540)

Ein edelfreies Geschlecht nannte sich nach dem Dorfe, wo es jedenfalls im 13.Jahrhundert, vielleicht schon im 12. Jahrhundert begütert war. Vielleicht ist es ein Zweig der Freien von jegistorf. Es besass auch die Zehnten zu Bundkofen und Kosthofen; diese und eine Schuppose zu Schwanden vertauschte Rudolf von Schwanden 1250 um den Hof zu Gäserz an Frienisberg (FRB II.320) Herr Ulrich gab seiner Gemahlin Clementa das Dorf halb als Morgengabe, halb als Leibgeding. Sie vergabte 1257 die eine Hälfte den Johannitern von Buchsee, die andere schenkte sie ihren Töchtern Diemut und Elisabeth, die sie auch jenem Hause abtraten (FRB II.455,645). Den Leuten auf den Gütern der Johanniter zu Schwanden erliess Graf Heinrich von Buchegg, der Landgraf in Burgund, 11293 auf seine Lebenszeit alle ihm schuldigen Dienste und Steuern (FRB III.555) Die Schwanden hatten im Seeland und bei Bern grossen Besitz, den sie aber an verschiedene geistliche Stifte abtraten, so z.B. den Kirchensatz vom Büttenberg an Gottstatt, die Reichslehen zu Sulgen und bei Köniz an den Teutschritterorden daselbst. Den Kirchensatz von Jegistorf mit all ihren dortigen Lehen erhielt Elisabeth von Schwanden, Gemahlin des Ritters Rudolf Frieso, 1275 von ihrem Vater und  Bruder als Ehesteuer. Verschiedene Sprossen des Geschlechts traten in den geistlichen Stand; Werner wurde Leutpriester in Jegistorf 1257, Otto Kirchherr in Aetingen 1275, Kuno Mönch in Frienisberg 1250, Burchard Conversus in Frienisberg 1278. Burkhart war Comthur der Teutschritter von Köniz 1275 und wurde Hochmeister des Ordens 1283. Ein anderer Burkhard war Johanniter-Comthur in Buchsee 1298 und verwaltete auch die Commenden Heimbach, Freiburg im Üechtland, Hohenrain, Klingnau, Thunstetten und Redien. Er soll 1310 vor Rhodos gefallen sein.

Demselben Geschlechte werden jetzt mehrere Männer übereinstimmend noch zugewiesen, die in der Ostschweiz zu hoher Stellung gelangten:Anshelm, Peter, Johann, die alle drei Aebte von Einsiedeln waren (1233-1266, 1277-1280 ,1298-1326) und Otto, Mönch in Einsiedeln, 1312 Stiftsdekan und 1314 Propst zu St.Gerold im Vorarlberg (FRB I.c.)

In der Nähe des Dorfes sind noch die letzten Trümmer der Burg derer von Schwanden zu sehen. (Gef. Mittheilung von Herrn Posthalter Hänni in Grossaffoltern)

Der Zehnten von Schwanden gehörte 1438 halb dem bernischen Seckelmeister Peter von Wabern und halb der Kirche von Schüpfen. Jn diesem Jahre verkaufte Peter von Wabern seinen Theil an Frienisberg um 550 Gulden. 1528 trug der Heuzehnten 8 Pfund ein und der Kornzehnten belief sich auf die grosse Zahl von 80 Mütt (Frieden , das Kloster Frienisberg 65, 108)

Ein Fusssteg oder eine Brücke zu Schwanden wird 1271 und später erwähnt. Jm Burgerrechtsvertrag der jungen Grafen von Neuenburg-Nidau mit Bern von 1336 war bestimmt, dass ihre Leute von Büren bei Streitigkeiten mit Bernern am Steg zu Schwanden „zu Tage kommen“ sollten (FRB VI. 255,767)

Durch die Vergabung der Clementa von Schwanden war das Dorf mit Twing und Bann an die Commende Buchsee gekommen und es blieb bei dieser, als sie 1528 zu einem Amte umgeschaffen worden war. Die hohe Gerichtsbarkeit stand dem Landgerichte Zollikofen zu. Jn der helvetik gehörte Schwanden zum District Landgericht Zollikofen; 1803 kam es zum Amt Aarberg.

Etymologisch

Schwanden ist eine Dat. -Pl.-Form von schwzd m. <Hau, Kahlschlag in einem Wald> und bedeutete ursprünglich < bei den Schwänden, bei den Rodungen>