Schwadernau
Swadernowa 1269, Swadernowe 1270, Swadernouwe 1281, Swaderno
Dörfchen in der Kirchgemeinde Bürglen, Amt Nidau, am Wege von Aegerten nach Meienried, am rechten Ufer des Zihlkanals, von Bürglen ½ , von Nidau 1 ¼ und von Bern 6 Stunden entfernt.
Schwadernau undBifang haben in 34 Häusern 264 Einwohner; mit Engel, Gäu, Weidgasse, Weid und Eichlisacker bildet es eine Einwohnergemeinde (in 50 Häusern 357 Einwohner)
Uber Funde, die zwischen Brügg, Schwadernau und Zilwyl im Lauf der alten Zihl gemacht wurden, siehe den Artikel Brügg. Auch auf dem Lande sind zahlreiche römische Spuren entdeckt worden.
Schwadernau lag im neuenburg-nidauischen Gebiet. Graf Rudolf II. übergab 1281 die Hälfte, des rechtes, das er hatte an dem Berg zu Schwadernau, dem Bischof Heinrich von basel (FRB III.296)
Ein Acker zu Schwadernau, den Ulrich von Smitton bebaute, befand sich unter den Gütern des Jnselgaus , die Ulrich von Sutz 1335 dem Grafen Rudolf III. von Neuenburg-Nidau verkaufte (FRB VI.188)
Rudolf von Erlach übergab 1343 im Namen der jungen Grafen seiner Pupillen, Güter zu Orpund und Schwadernau an das Koster Gottstatt (FRB VI. 788)
Mit Genehmigung des Grafen Rudolf IV. verkauften 1347 die Brüder Heinrich, Johann und Ulrich von Jffenthal eine Schuppose zu Schwadernau, die er von jenem zu Lehen trug, an Gottstatt (FRB VII. 259, 687. Solothurner Wiochen Blatt 1830 S. 372)
Als nach dem Tode Rudolfs IV. seine Schwäger und Erben mit dem Bischof von Basel in Streit geriethen, schlugen sich die Ritter zu Ende des Jahres 1376 mit solcher Hartnäckigkeit bei Schwadernau, dass sie zweimal vom Kampfe ermüdet abliessen. Jm dritten Mal verlor der Bischof und musste daher seine Ansprüche auf das nidauische Erbe aufgeben (Justinger 149)- (Vautrey, Histoire des Evêques de Bâle 419) Als es an Bern fiel, blieb Schwadernau bei der Herrschaft, nunmehr Landvogtei Nidau, wie es noch heute zum Amtsbezirke Nidau gehört.
Aus einem Geschlechte „von Schwadernau“, das aber nicht adlig war, wird um 1270 ein Niklaus, Burger zu Biel, oft erwähnt (FRB I.c.)
Jn Schwadernau wurde viel Obst gebaut.
Ursprünglicher FIN, der sekundär zum SN wurde. Das GW des Kompositums ist das Subst. Schwzd. Au,Ou f. <(Halb)Insel. Gelände am Wasser> < mhd. ouwe f. < von Wasser umflossenes Land, (Halb-)Insel, wasserreiches Wiesenland> <ahd. Ouwa für <Insel> (Id I, 5f ; Lexer II, 192 f.,; Starck/ Wells,ahd. Glossenweb, 456; Kluge/Seebold, 69; s.weiter Ou/ Öi/Ei, BENB I/4, 117 ff.)
Im BW steht das (heute nur noch für Guggisberg belegte) ubst. Schwzd. Schwadere(n) f. <(vorübergehende) Lache, Pfütze>, ein Verbalabstraktum zum Vb. Schwzd. Schwadere(n) < sich mit rauschendem Geräusch hin und herbewegen ( von Flüssigkeiten, Wassertieren) ; etwas plätschernd im Wasser bewegen> < mhd. swateren, swadern swv. <rauschen,klappern> (Id IX, 1747; Lexer II, 1332 und 1345; s. dazu weiter Schwader/ Schwäder). Schwadernau dürfte laut LSG(817) als <Pfützen-Au, sumpfiges Land bei der Wasserlache> benannt sein, wobei der Name vermutlich auf die immer wiederkehrenden Überschwemmungen von Zihl und Alter Aare vor der Juragewässerkorrektion Bezug nimmt (HLS XI, 255; Friedli IV, 92). Die vom LSG (a.a.O.) alternativ vorgeschlagene Deutung mit dem verwandten, aber kaum belegten Subst. Schwzd. Schwader n,<Spülwasser,schlechte Brühe>, nhd. Schwader m. <Dreck,breiige, kotige Masse> (Id IX,1746; DWB IX, 2172) scheitert daran, dass ein damit gebildeter Name in der Form Swaderouwa > Schwaderau belegt sein müsste (vgl. Schwadrau SZ; SZNB I,128 ff.)
Vom SN leitet der im 14.Jh. im nahen Diessbach I bei Büren belegte FN Swadernowe, Swadernower ab (FRB IX, 418/41., 470/ 29 ff.)