Schüpfen

Scuphon 1208, Schupphon 1242, Schupfun 1248, Shufen 1253, Schiuphon 11256, Suffes 1256, Schuffon 1263, Schuphon 1264, Schüphe 1281

 Pfarrdorf im Amt Aarberg, links von der  Bern-Biel-Strasse, am nördlichen Abhang des Schüpbergs, von Meykirch 1, von Bern 2 ¾ und vom Amtssitz 2 ¼ Stunden entfernt. Das Dorf hat in 63 Häusern 434 Einwohner. Mit dem weitern Dorfe( Leiern, Schönthal, Oberholz, Erdbächlein, Kaltberg und Hard), mit Bundkofen, Hagen, Bühlhof, Bütschwyl, Wynterswyl, Schwanden, Schüpberg,Ziegelried, Saurenhorn und Allenwyl bildet es die Kirch- und Einwohnergemeinde Schüpfen (2093 Einwohner in 291 Häusern).

Die Herzoge von Zähringen besassen die Gegend von Schüpfen und nach ihnen ihre Erben die Grafen von Kyburg. Als deren Dienstleute oder Ministerialien hatten die Edlen von Schüpfen den kyburgischen Besitz mit Twing und Bann zu Lehen; überall im ganzen heutigen Amt Aarberg gehörten ihnen hier ein Wald, dort Ackerland, hier der Twing und dort die Vogtei (E.v.Wattenwyl I.121). Die Collatur von Meykirch besassen sie in der zweiten Hälfte des 14.Jahrhunderts.

Jn der ersten Hälfte des 13.Jahrhunderts traten die ersten Schüpfen auf; ihre Nachkommenschaft erlebte noch den Beginn des 15.Jahrhunderts. Obwohl angesehen, haben sie sich doch nicht ausserordentlich bethätigt. Mehrere erlangten die Ritterwürde; ein Rudolf war 1295 Mitglied des Raths der 200 in Bern. Einige traten in den geistlichen Stand; ein Heinrich war 1300 Mönch zu Frienisberg.

Aber bereits im 13.Jahrhundert schwand der Besitz, sei es dass Erbtöchter ihn andern Häusern (Jffenthal, Grissach, Mattstetten) zubrachten, sei es dass er vergabt wurde. Den grössten Theil hat das nahe Frienisberg verschlungen.

Der letzte der Edlen von Schüpfen war Rudolf, der 1405 testirte; 1398 stifteten er und seine Frau in der Kirche von Aarberg eine Frühmesse und vergabten dahin zwei Häuser zu Aarberg, 1/3 des Laienzehntens  zu Schüpfen, zwei Schupposen zu Bundkofen, eine Hofstatt zu Kallnach, ein Gut zu Bühl(Aarberg-Buch I 221) 1405 vermachte Rudolf seinem Oheim Johann von Buchsee und dessen Nachkommen die Hälfte des zehnten von Jens, seinen Theil an Twing und Bann zu Kallnach und Ried und die thiersteinischen Lehen zu Lurtigen, Murten und Kerzerz; ferner an Berchtold und Hesso von Ersigen seinen „Fründen“, die andere Hälfte des Zehntens zu Jens, die ein grünenbergisches Lehen war (davon sollte ein Zins seiner Muhme Margaretha, Herrn Sachsen von Theitingens Tochter, entrichtet werden) Zwing und Bann von Schüpfen und Bundkofen, ein bucheggisches Lehen, mit Hölzern und Feldern und die Taferne und zwei Backöfen zu Schüpfen. Die Ersigen waren einander wechselseitig substiuirt und falls beide Stämme erlöschen sollten, war in zweiter Linie Frienisberg substituirt. Ferner vermachte er an Hartmann Pfister (Physter) seinen Oheim ein Burglehen der Veste Oltigen, nämlich eine Mühle zu Suberg, Zins von der Bläue zu Suberg, eine Schuppose zu Runtigen und eine Hofstätte zu Oltigen jenseits der Aare, den Rebgarten zu Oltigen und die Matten und Baumgarten, die an die Reben zu Oltigen stossen. (Rudolf von Schüpfen trug den letztgenannten Besitz von jenem Hugo von Mümpelgart, Herrn zu Oltigen, zu Lehen, der von seinen Unterthanen 1410 ermordet wurde); an Dietmann von Halten Land zu Schüpfen; an Hans und Burkhard von Erlach seinen Theil der Mühle tzu Lobsigen (Lehen des Grafen von Thierstein) ; an Hans Schürmann seinen Knecht die HOfmatte zu Schüpfen. Die Kosten seiner Bestattung sollte der Erlös zweier Schupposen zu Kallnach decken. (Urkunde im bernischen Staatsarchiv)

Anastasia von Ersigen herathete Jakob von Endlisberg oder Englisberg und brachte ihm ihren Antheil am Besitze von Schüpfen zu. Jhr Sohn war Wilhelm von Endlisberg, dessen gleichnamiger Sohn 1502 das Erbe von Schüpfen um 700 Gulden an Frienisberg verkaufte. (Aarberg-Documenten-Buch im bern. Staatsarchiv S.85)

Jn Schüpfen erwarb Frienisberg 1259 vier Schupposen, die Heinrich von Schüpfen drei Jahre vorher an Hans Törlikon veräussert hatte (FRB II. 417,491), die Eigenleute des Kyburgischen Ministerlialen Albrecht von Rormoose 1264 (FRB II. 589) ,die Juucharten des Ministerialen Peter von Viviers 1275 (FRB III. 143), die Schupposen und Hofstätten des Hermann von Mattstetten des Schwiegersohns Heinrichs von Schüpfen, nebst demvierten Theil  von Twing und Bann, mit Schmiede und Ofen 1276 und 1283 (FRB III.179,342), die Wälder , Zinse und den halben Kirchensatz von den Bubenberg (1364, 1420, 1494) ,von Wilhelm von Endlisberg, wie erwähnt, seinen Antheil an Wald, Twing und Bann und Zinsen 1502.Friensiberg bezog demnach grosse Zinse aus dem stattlichen Dorfe, die theils in das Kloster, theils in das Frienisbergerhaus zu Bern abgeliefert wurden: 13 und 2 Pfund Geld, 2 und 1 Mütt Roggen, 34 und 14 Mütt Dinkel, 13 und 7 Hühner, 28 und 12 Hähne, 330 und 120 Eier. Der Heuzehnten betrug 10 Pfund (Frieden 102,ff)

Jn der Reformation kam Schüpfen mit der ganzen Abtei, die zu einem neuen Amte geschaffen wurde, an Bern. Das Amt zerfiel in die Gerichte Seedorf (oder Meykirch), Schüpfen, Rapperswyl, Büetigen. Jn Schüpfen amteten ein meyer und ein Weibel.

Jn der Helvetik war Schüpfen der Hauptort des Districtes Landgericht Zollikofen; 183 ward es zum Oberamt Aarberg gschlagen.

 Andere, weltliche und geistliche Herren noch waren in Schüpfen begütert:Arnold Graf von Froburg, Abt in Murbach, Bruder des Grafen Hermann, schenkte am Ende des 12.Jahrhunderts der neu gestifteten Abtei St. Urban eine Schuppose in Schüpfen (FRB II.50,60) Die Johanniter von Buchsee hatten auch eine Schuppose daselbst, die sie aber 1310 an Frienisberg verkauften (FRB IV. 437); eigene Leute hatten ihnen die Brüder Rudolf uund Heinrich von Schpfen 1269 geschenkt (FRB II. 733) Graf Hugo von Buchegg hatte Güter in der Dorfmarch und auf dem Schüpberg erworben; er trat sie 1343 dem Schultheissen Johann von Bubenberg, seinem Oheim, ab (FRB VI. 790). 1380 belieh Johann von Bechburg zu Buchegg den Rudolf von Schüpfen und seine Schwäger Conrad und Petermann von Burgistein mit Gütern zu Schüpfen und Bundkofen, die Mannlehen von Buchegg waren (Aarberg.Documenten- Buch S. 43b)

Bereits 1300 zählten die Bubenberg dort einen Zehnten zu ihren Mannlehen (FRB IV.448); später kamen ogtei und Kirchensatz und Wälder hinzu, so dass die Bubenberg die Schüpfen ganz zu ersetzen schienen. Des grossen Adrians Sohn sah sich jedoch am Ende des 15.Jahrhnderts gezwungen, alles dortige Gut, das ihm noch geblieben war, an Frienisberg zu veräussern.

Kirchliches

Die Kirche von Schüpfen bestand bereits im 13.Jahrhundert. Sie gehörte in das Dekanat Wengen, dann Büren, des Bisthums Constanz.

Karl Emanuel Schenk aus Signau, geboren 1. December 1823, Pfarrer zu Laupen 1847 – 1850, zu Schüpfen 1850 – 1855, Mitglied des bernischen Regierungsrathes 1854-1863, des Ständerathes 1858-1863, des Bundesrathes seit 1864, Bundepräsident 1865,1871,1874,1878, 1885,1893.

Geschlechter in Schüpfen: Aeberhard, Aebi, Bucher, Bergundthal, Burri, Bürki, Bieri, Daniel, Dübi, Fellbaum, Frauchiger, Gasser, Grossenbacher, Grogg, Hauser, Hunziker, Hofer, Hübscher, König, Lanz, Lauper, Leuenberger, Münger, Meier, Nobs, Rätz, Rindlisbacher, Rom,ang, Rothenbach, Ruchti, Sahli, Schori, Sieber, Spring, Stähli, Wali, Wälti, Witmer, Wyss

Am 7. September 1881 starb in Schüpfen, Herr Johann Christian Rothenbach, geb 1796, ein verdienter Lehrer, der mehr als 50 Jahre unterrichtete und bekannter Naturforscher (Entomologe) (Betner Taschenbuch 1883 S. 293; Fiala,schwweiz Todtentafel 1881 S.8)

Etymologisch

Zum Subst. Schwzd. Schupfe(n), Schüpfe(n) f.<Schuppen,Hütte ohne Seitenwände, Unterstand für das Vieh> <mhd. schupfe swf.< Schuppen, Scheune> < ahd. Sdcupfa swf. < Schuppen,Scheune> (Id. VIII, 1091 ff.;Lexer II, 826; Starck/ Wells, ahd. Glossenwb, 552; Weiteres s. Schupfe/Schüpfe)

Als Ausgangsform des SN Schüpfen ist ein Dat. Pl. Anzusetzen ahd. *biden scupfon^< bei den Schuppen, bei den Scheunen> (LSG, 816)

ch nb schupfen collection gugelmann gs guge weibel d 121a 5088d0 640

ch nb schupfen collection gugelmann gs guge weibel d 121b 5da07d 640