Schlossberg
Slospergh 1288, Slozberg 1299, Slosberg 1314
Schloss oberhalb Neuenstadt und in dessen Gemeinde und Amtsbezirk, 10 Stunden von Bern entfernt, mit prächtiger Aussicht auf das zu Füssen liegende Neuenstadt, den Bielrsee und die Alpen.
Zur Grenzsicherung gegen Westen bauten die Bischöfe von basel die Veste, die ihr Gebiet abschliessen sollte. König Rudolf von Habsburg hatte den Bau bereits dem Basler Bischof Heinrich von Jsny, seinem geliebten Diener, bewilligt; doch dieser starb (12.März 1288) bevor die Arbeit vollendet war. Da erneuerte der König im Lager vor Bern am 1.September 1288 dem nachfolger Heinrichs, Peter Reich von Reichenstein, die Bewilligung (FRB III.458, Vautrey, Histoire des Evêques de Bâle 272) Nach der Zerstörung des Städtchens Bonneville, im val de Ruz 1301 duurch Rudolf von Neuenburg flüchteten viele von dessen Einwohnern auf bischöflich-baslerisches Gebiet und seidelten sich in der „Neuen Stadt“ unten an der Bischofsburg an. Bischof Gerhard von Wippingen (von Basel) baute diese fertig, gerieth aber dadurch und durch den Krieg mit Rudolf von neuenburg in grosse Finanznoth 1313 (FRB IV. 567) DurchKastlane liessen dfie Bischöfe von basel die ihnen in neuenstadt und auf dem tessenberg zustehende Gerichtsbarkeit ausüben. Der Schlossberg war deren Sitz bis zur Revolution. 1367 hatte der Bischof Johann aus dem Hause Vienne Biel überfallen und war vor den Bernern in den Schlossberg geflüchtet. Diese brachen die Burg von Biel und belagerten Neuenstadt, doch ohne Erfolg. Dass der Schlossberg verbrannt worden sei, berichtet Germiquet, während Justinger und neuere Historiker nichts davon wissen. Kastlane vom Schlossberg und von Neuenstadt waren meist Edle oder Angesehene der Umgegend: von Biel , Haller, de Vaillant, de Bassecourt, von Tess, von Römerstal, Lesquereux, von Ligerz, Jmer, Bosset, Daulte, Marrin, Mestrezat. Der letzte war Charles Louis Crêté.
Nachdem schon 1793 der katholisdche Theil des Bisthums Basel französisch geworden, erlitt der protestantische 1797 dasselbe Schicksal. Der Schlossberg wurde am 1.Mai 1798 um 20‘100 Franken an David Cunier von Neuuernstadt verkauft, gieng datrauf in den Besitz von Jhann Schleuchter über, der ihn zu öffentlichen Belustigungen benutzte. Herrn Schleuchters Wittwe verkaufte ihn am 21.März 1820 an Herrn David Jmer-Bernetm, der das Material des Schlosses anderswo zu verwerthen wünschte, Den Neuenstadtern missfiel die begonnene Zerstörung und durch List konnten sie den Abbruch hindern. Am 5.December verkaufte Herr Jmer die Burg an Herrn Victor Gibollet. Dem gegenwärtigen Besitzer, Herrn Schnyder, ist es zu danken, dass der alte Sitz in würdiger und wohnlicher Weise hergestellt worden ist.