Safneren

Französisch Savagnier, Savenieres 1251, Saunerron 1270, Savnerron 1284, Savenaron, Saphernerun 1286, Saverrim 1290, Sauerren 1290, Savenerron 1294, Saphnerun 1296, Saffnerren 1348

Dorf in der Pfarre Gottstatt, im Amte Nidau, an der Strasse von Orpund nach Meinisberg, am Fusse des Büttenberges, am linkken Ufer der Zihl, von Nidau 1 ½, von Gottstatt ½  und von Bern über Nidau fast 8 Stunden entfernt. Das Dorf hat in 80 Häusern 526 Einwohner; mit dem Bartholomehof bildet es eine Einwohnergemeinde ( in 83 Häusern 544 Einwohner)

Hinter der Mühle beim Riedrain fanden sich römische Spuren (G de Bonstetten Cart. Arch. P.32)

Safneren gehörte mit seiner ganzen Umgebung zur alten Grafschaft von Neuenburg, später zu Neuenburg-Nidau. Als diese bernisch geworden, war Safneren eines der sechs Viertel der sogenannten untern Grafschaft der Vogtei Nidau, wurde dann aber dem Landvogte von Gottstatt unterstellt. Während der Helvetik gehörte es zum Districte Büren; 1803 wurde es wieder dem Amte Nidau zugetheilt.

Der Bisdchof von basel, Berchtold von Pfirdt, bewilligte 1251, dass sein Ministeriale Ulrich von Biel viele Güter u.a. seine Allode bei Safneren und Lamligen der Abtei Bellelay für sein Seelenheil vergabte (FRB II.335). Der Junker Rudolf von Pfaffnach besass als Erbe seiner Ahnen ein grosses Allod zu Safneren, das er 1270 auch zu seinem Seelenheil, an die Abtei St.Johannsen schenkte (FRB II.757) Die Vogtei dieses Allods schenkte Rudolfs Bruder Hemenrad der Abtei 1284 (FRB III.360) Güter zu Safneren vergabte Judenta, die Wittwe Rudolfs von Balm, 1286 oder vorher zur Stiftung einer Jahreszeit für ihren Mann an St.Urban (FRB III.414,451,510) Mit dem Junker Peter von Hasenburg hatte diese Abtei 1296 Streit über Besitz im Dorfe, der zu ihren Gunsten endete (FRB III. 659) Ebenso mussten Ritter Jakob von Büetigen und seine Frau Freiin Diemut von Schwanden 1286 ihren Ansprüchen auf 5 ½ Schupposen  in Safneren zu Gunsten von St.Urban entsagen (FRB III.412)

Simon von Schwadernau, Burger zu Biel, verkaufte 1290 dem Rudolf Schmied von Büren die Hälfte seines Gutes der Brüel zu Safneren (FRB III.488) Als aber Rudolfs Sohn Niklaus in das Kloster Gottstatt aufgenommen wurde, vermachte Rudolf 1294 den Besitz der Abtei (FRB III.535) Diese erhielt von Graf Rudolf von Neuenburg-Nidau 1295 seine Rechte an Mühlen, Stampfen und Wasserläufen (FRB III. 626) Auch von Peter von Mörigen kam ihr 1297 «die gemeine Matte» in Safneren zu (FRB III.671) 1344 von Hugo von Durrach 8 Schupposen im Bezirke von Safneren (FRB VII.71) 1348 das Drittel einer Schuppose ebenda von der Wittwe des Cuno von Sutz (FRB VII.378) 1351 vom Grafen Rudolf IV. von Nidau den Graf zu Safneren (FRB VII.558)

Das Busswylers- und Bluntschligut in der Dorfmarche Safneren war dem Kloster Frauenkappelen vergabt, seine Einkünfte aber von Gottstatt bezogen worden. 1451 entschied das Gwerticht zu Nidau zu Gunsten von Frauenkappelen (F.Stettler, Regesten von Frauenkappelen, Nr.101)

Bodenzinse aus Safneren bezogen um 1500 der spätere Schultheiss Hans Rudolf von Scharnachthal und Jakob vom Stein, Caspars Sohn; sie verkauften sie 1509 an den Raths- und Bauherrn Rudolf Huber. 1588 besass sie Frau Verena von Lanten, genannt Heyd, Wittwe des Junkers Bartlome Ammann, Burgers von Bern. Jn Safneren hatten 1588 Zinse zu entrichten: Hans undBatth Staufer Hans und Batt Riso, Turs und Töni Dick (Rodel im Besitze von Herrn Prof. Lotmar in Bern)

Am 20.Juni 1829 verbrannten durch den Blitz die Mühle und 18 Wohngebäude, die darnach mit einer Beisteuer der Regierung von 100 Franken für jedes neue Haus wieder aufgebaut wurden. Am 8. Mai 1866 brannten hier 15 Firsten ab (Berner Taschenbuch 1869, 337)

Burgergeschlechter: Bratschi (auch in Bern verburgert 1882 und zünftig auf Mohren) Fuchs, Hänzi, Ries. Auch die Dick, Burger von Bern seit 1434 bis 1582 und zünftig auf Schmieden und Affen, stammen aus Safneren. Viele erwählten den geistlichen Beruf. So war Johann Dick (gestorben 1610)Dekan in Bern, weitere sind ebenso in kirchliche Dienste getreten, die lassen wir hier aus. Viele trieben Handwerke; verschiedene waren Wirthe, so Johannes zum Hecht 1570, Georg ebenda 1584,Abraham 1657 zum Falken, ein anderer zur Krone. Jn neuester Zeit widmen sich mehrere dem ärztlichen Berufe. Ein Theil der Familie Dick hat sich im 17.Jahrhundert in Hessen niedergelassen. Das Burgerbuch von 1893 verzeigt einen Bestand der beiden Linien auf Schmieden und Affen von 59 Köpfen (Venner F.v.Mülinen, Bern. Burgerbuch Mss II. 635)

Etymologisch

SN auf der Basis einer ehemaligen Flurbezeichnung mit dem Pflanzennamen lateinisch (herba) sabina für <Juniperus sabina,Sadebaum, Sevebaum, Sefistrauch, Stinkwacholder> >afrz. Savine f. nfrz. Sabine f. frkpr. Savena, abgeleitet mit dem Kollektivsuffix lat. – aria f. > rom. (afrkpr.) *savinaria f. <Sadebaumgebüsch>